Die Ausbildungsbilanz 2025 zeigt ein klares Bild: Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist kritisch. Trotz steigender Nachfrage junger Menschen bieten Betriebe weiter weniger Ausbildungsplätze an. 2025 wurden nur 475.950 Verträge abgeschlossen. Das sind rund 10.300 weniger als im Vorjahr und 49.100 weniger als 2019. Besonders betroffen sind die industriellen Kernberufe.
Gleichzeitig steigt die Zahl der unversorgten Jugendlichen deutlich. Über 84.400 junge Menschen suchten zum Stichtag 30 September weiterhin einen Ausbildungsplatz. Dem stehen nur 54.400 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber. Seit Jahren verschärfen regionale Unterschiede, fehlende Berufsorientierung und Auswahlkriterien vieler Betriebe die Lage.
Die Industrie spielt eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung. Viele Unternehmen reduzieren ihr Ausbildungsangebot. In den wichtigen Metallberufen wurden 2025 über 7.000 Verträge weniger abgeschlossen als 2019. Die angebotenen Plätze sind gegenüber 2024 um 8,6 Prozent gesunken. Das schwächt die Fachkräftesicherung genau dort, wo Produktion, Energiewende und Digitalisierung qualifizierte Facharbeiter:innen brauchen.
Auch in nahezu allen anderen Berufsfeldern zeigt sich ein Rückgang. Bei den IT Berufen ist das Interesse junger Menschen hoch, aber die Betriebe stellen zu wenige Plätze bereit. Auf 600 offene Stellen kommen über 6000 Bewerber:innen. Die Passungsprobleme bleiben damit auch 2025 eines der größten ungelösten Themen.
Die Ausbildungsquoten sinken seit Jahren. 2024 bildeten nur noch 18,8 Prozent der Betriebe aus. Mehr als vier Fünftel leisten keinen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die Folge: Die industrielle Basis verliert weiter an Stärke.
Ein Blick ins Handwerk zeigt: das Interesse der Jugendlichen ist hoch. Es gibt über alle betrachteten Berufe (leichte) Rückgänge bei den abgeschlossenen Verträgen, aber umso mehr interessierte Bewerberinnen. Rein rechnerisch könnten – bis auf die Metallbauer – alle offenen Plätze besetzt werden.
Damit zeigt 2025 erneut: Es fehlen betriebliche Ausbildungsplätze, es fehlen Perspektiven und es fehlt ein klares politisches Gegensteuern. Die Transformation kann nur gelingen, wenn Ausbildung wieder gestärkt wird.
Die Ausbildungsbilanz 2025 bestätigt zentrale gewerkschaftliche Forderungen: Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie, eine umlagefinanzierte Ausbildung, starke Jugendberufsagenturen und verlässliche unterstützende Angebote wie die Assistierte Ausbildung.