Viele Unternehmen erwarten von ihren Beschäftigten, dass sie sich schnell auf neue Technik, neue Abläufe und neue Produkte einstellen. Doch in der Praxis fehlen oft klare Ziele und gute Rahmenbedingungen, um sich wirklich weiterzubilden. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Hans Böckler Stiftung, für die Beschäftigte und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt wurden.
Die Studie macht deutlich: Häufig gibt es widersprüchliche Aussagen aus dem Management. Einerseits wird betont, wie wichtig Qualifizierung ist. Andererseits bleibt im Alltag wenig Zeit dafür. Viele Beschäftigte berichten, dass Weiterbildung zwischen Produktion, Kundenterminen und anderen Aufgaben untergeht. Ohne echte Priorität bleibt Qualifizierung ein leeres Versprechen.
Ein großes Problem ist auch die technische Ausstattung. In vielen Betrieben sind digitale Werkzeuge nicht auf dem Stand, der für moderne Bildungsangebote nötig wäre. Beschäftigte wünschen sich verlässliche Systeme, gute Lernplattformen und Unterstützung bei der Handhabung neuer Technik.
Führungskräfte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie sollen motivieren, planen und Entwicklungsgespräche führen. Doch oft fehlen ihnen selbst Zeit oder passende Schulungen. Viele wissen nicht genau, wie sie Qualifizierung gut begleiten können. Dadurch bleiben Chancen ungenutzt.
Die Untersuchung zeigt aber auch positive Ansätze. Dort, wo Betriebsräte und Führung gemeinsam handeln, gelingt Qualifizierung besser. Klare Absprachen, feste Zeiten und nachvollziehbare Ziele helfen den Beschäftigten, sich weiterzuentwickeln. Sie stärken zugleich die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.
Damit Weiterbildung nicht zum Zufall wird, braucht es eine verlässliche Planung. Beschäftigte müssen wissen, welche Kompetenzen künftig gebraucht werden und wie sie diese Schritt für Schritt aufbauen können. Faire Arbeitsbedingungen sind dafür ebenso notwendig wie ein modernes Lernumfeld.
Download "Widersprüche der Transformation aus der Perspektive der Beschäftigten", Working Paper der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung