Studienfinanzierung gerät immer stärker unter Druck Immer weniger Studierende erhalten staatliche Unterstützung

Nur noch gut jede siebte Person im Studium erhält Geld vom Staat. Die meisten finanzieren sich selbst und jobben nebenbei. Das erhöht den Druck, verlängert Studienzeiten und gefährdet Chancen. Expert:innen fordern eine grundlegende Reform der Förderung.

Wirtschaftskonzept

5. Februar 2026 5. Februar 2026


Immer weniger Studierende in Deutschland erhalten Geld aus staatlichen Förderprogrammen wie BAföG, Stipendien oder Studienkrediten. Laut einer aktuellen Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung nutzten 2024 nur noch rund 15 Prozent diese Angebote. Das sind noch einmal deutlich weniger als im Vorjahr.


Der vorliegende CHECK stellt Einzelinformationen zu staatlichen Studienfinanzierungsangeboten zusammen. Er bietet einen schnellen visuellen Überblick über ihre faktische Bedeutung in Deutschland.

Die meisten Studierenden finanzieren ihr Studium inzwischen privat. Sie werden von ihren Eltern unterstützt oder arbeiten neben dem Studium. Besonders niedrig ist der Anteil staatlicher Förderung in Thüringen. Dort tragen rund neun von zehn Studierenden ihre Kosten komplett selbst.

Rund 326000 Studierende bekamen 2024 BAföG. Das sind nur rund elf Prozent aller Studierenden. Weitere zwei Prozent erhielten ein Stipendium und knapp eineinhalb Prozent nutzten einen staatlichen Studienkredit. Nur ein Instrument zeigt ein kleines Plus: das Deutschlandstipendium. An der grundsätzlichen Lage ändert das aber nichts.

Expert:innen sehen eine klare Entwicklung. Immer mehr Studierende jobben neben dem Studium. Untersuchungen zeigen eine stark steigende Erwerbsquote. Das hat Folgen. Längere Studiendauern drohen. Auch der Wechsel des Studienorts oder die Wahl des Fachs werden schwieriger. Sogar Studienabbrüche nehmen zu.

Für viele Studierende ist die Lage damit angespannt. Das BAföG erreicht nur noch wenige. Gleichzeitig wird das System immer komplizierter. Das CHE fordert deshalb einen Neustart der staatlichen Studienförderung. Programme sollten gebündelt und einfacher gemacht werden. Ziel ist eine Förderung die sich an unterschiedlichen Lebenslagen orientiert und echte Teilhabe an Bildung sichert.

Im politischen Raum gibt es erste Ankündigungen für Reformen. Die Bundesregierung plant ein neues BAföG sowie Veränderungen bei der Kreditvergabe. Details stehen noch aus. Klar ist: Studierende brauchen verlässliche Unterstützung und weniger finanzielle Hürden.

Download "Studienfinanzierung in Deutschland" 

BAföG strukturell modernisieren und bedarfsgerecht ausgestalten
  • Elternunabhängige Grundförderung von 300 Euro monatlich

  • Regelbedarf: Erhöhung auf 625 Euro monatlich.

  • Wohnkostenpauschale erhöhen und an regionale Wohnkosten anpassen

  • Förderfähigkeit auch für berufsbegleitende Studiengänge und Übernahme von Studiengebühren bei weiterbildenden Studiengängen.

  • Erhöhung der Elterneinkommensfreibeträge und Erweiterung der elternunabhängigen Förderung

  • Jährliche, automatische Anpassung

Gesamtvorschlag des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften
Das gewerkschaftliche Begabtenförderungswerk
Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung

Die Hans-Böckler-Stiftung ist das Begabtenförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten studieren und promovieren an Universitäten, Fachhochschulen oder erwerben das (Fach-)Abitur auf dem zweiten Bildungsweg.