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Ausbildungsberuf | DQR 4

Klavier- und Cembalobauer/in

29.12.2017 Ι Klavier- und Cembalobauer/innen produzieren Einzelteile für Pianos, Flügel, Cembali und bauen diese zu kompletten Instrumenten zusammen. Sie reparieren, restaurieren und stimmen die Instrumente.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahren und wird in den Fachrichtungen Cembalobau und Klavierbau angeboten. Gelernt wird in der Industrie und im Handwerk. Die Ausbildung zu diesem Beruf steht allen offen, Betriebe stellen aber bevorzugt Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss, oder auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss ein.

 

Was macht man in diesem Beruf?

In diesem Beruf fertigt man Klaviere, Flügel und Cembali. Die Bauteile aus Holz, Messing, Stahl, Leder und anderen Werkstoffen werden meistens selbst hergestellt, beispielsweise Gehäuse, Tasten und Resonanzböden. Andere Teile kommen von Zulieferern.
 

Gebaut werden die Instrumente nach technischen Zeichnungen und Entwürfen. Die Seitenrahmen werden aus Gusseisenteilen zusammengesetzt. Danach werden die Tasten, Pedale und die Mechaniken eingebaut und das Instrument gestimmt. Die Kundenberatung bezüglich Neuanschaffungen oder Reparaturen gehört ebenso zu diesem Beruf.

 

Wichtige Voraussetzungen für Bewerber.
Für das genaue Einbauen von Bauteilen oder Justieren der Mechaniken ist Sorgfalt sehr wichtig. Außerdem sollte man flexibel sein, da man z.B. beim Stimmen der Instrumente immer an anderen Ort arbeitet. Um angemessen auf Kundenwünsche eingehen zu können, sollte man Kunden- und Serviceorientierung mitbringen.

 

Diese Schulfächer sollte man mögen
Beim Umgang mit Werkstoffen und Benutzen von Werkzeugen sind Fertigkeiten in Werken und Technik sehr hilfreich. Außerdem müssen Bewerber gute Kenntnisse in Mathematik haben, um beispielsweise Flächen und Körper berechnen zu können. Durch Physikkenntnisse versteht man z.B., die Gesetzmäßigkeiten der Raumakustik besser. Man sollte außerdem selbst ein Tasteninstrument (Klavier oder Cembali) spielen, um Spielbarkeit und Funktionsfähigkeit eines Instruments beurteilen zu können.

Wer in seinem Traumberuf Klavier- und Cembalobauer/-in keinen Ausbildungsplatz findet, sollte es als Orgel- und Harmoniumbauer/-in versuchen.

 

Lohnt sich das?
Was Azubis und Facharbeiter in diesem Beruf verdienen ist regional unterschiedlich. Genaues über die Verdienstmöglichkeiten weiß die IG Metall-Geschäftsstelle. Generell gilt: Besser läuft's mit Tarif. Denn wer nach Tarif bezahlt wird, verdient nicht nur besser, es kommen auch noch vermögenswirksame Leistungen, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld dazu. Außerdem gibt es tariflich geregelte monatliche Leistungszulagen, Mehrarbeits- und Schichtzuschläge und 30 Tage Urlaub jährlich. Und: Seit 2012 gilt in der Metall- und Elektroindustrie die unbefristete Übernahme. Laut Tarifvertrag haben Auszubildende nach Abschluss ihrer Ausbildung das grundsätzliche Recht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

 

Entwicklungsperspektiven
Der Weg in den eigenen Wunschberuf ist nicht immer leicht. Mit der IG Metall hast Du einen starken Partner an Deiner Seite, der sich stets für eine optimale Förderung und einen gerechten Zugang in die berufliche Ausbildung einsetzt. HIER findest Du Unterstützungsangebote und Informationen zu Vorbereitungsmöglichkeiten, die auf eine duale Ausbildung hin wirken.

Junge Kolleginnen und Kollegen, die sich bereits während Ihrer Ausbildung weiter qualifizieren möchten, haben die Möglichkeit sogenannte Zusatzqualifikationen zu erwerben. Diese schärfen das berufliche Profil und Verbessern die individuellen Karrierechancen. Mehr Informationen gibt es HIER.

Im weiteren Verlauf stehen Facharbeitern eine Vielzahl von Bildungs- und Karrierewegen offen. Sie können u.a. einen Meister- oder Techniker-Abschluss erwerben oder über ein Studium einen Bachelor- und Masterabschluss erwerben. Auch eine berufspädagogische Entwicklungslinie steht ihnen offen (s.u.).

 

Es findet eine Zwischenprüfung und eine Abschluss-/Gesellenprüfung statt. Die Zwischenprüfung dient zur Ermittlung des Ausbildungsstandes und findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Die Abschluss-/Gesellenprüfung wird zum Ausbildungsende durchgeführt.

 

Eine genaue Beschreibung der zu erbringenden Prüfungsleistungen könnt Ihr den §§ 8-9 der Verordnung (siehe rechts) entnehmen.

 

 

Prüfungsbereich

Gewichtung

Zwischenprüfung

Absperren und Furnieren eines Gehäuseteils, Hobeln, Fügen und Leimen zweier Resonanzbodenspäne, Ausführen eines schrägen Schnittes und Abrichten der Schnittflächen zur Herstellung einer Schiftung, Bohren, Abstechen und Bestiften zur Anfertigung eines Stegabschnittes, Herstellen einer Eckverbindung mit Zinken, Durchführen einer Stimmprobe

- drei Arbeitsproben: max. 6 Std.

- schriftliche Aufgabe:

  max. 180 Min.

Keine Gewichtung

Abschluss-/Gesellenprüfung

Durchführung von Arbeitsproben:

Gemeinsame Fertigkeiten:

Messen, Herstellen und Aufziehen einer Basssaite zur Schließung einer Lücke im Bassbezug, Anfertigen eines Stegstückes oder einer furnierten Fläche mit Kreuzfuge oder Oberflächenbehandlung.

 

Fachrichtung Klavierbau:

Tuchen und Achsen mehrerer Glieder,

Vorstimmen eines Klaviers

 

Fachrichtung Cembalo:

Vorstimmen eines Cembalos

Ausschneiden von Kielen

 

Von den drei Arbeitsproben sollen zwei auf die den beiden Fachrichtungen gemeinsamen Fertigkeiten entfallen und eine auf die Fertigkeiten, die Gegenstand der Berufsausbildung in der jeweiligen Fachrichtung sind.

- drei Arbeitsproben: max. 8 Std.

 

Herstellung eines Prüfungsstückes:

Fachrichtung Klavierbau:

Beziehen der Raste mit neuem Bass, Abziehen von Hammerkopffilz, Regulieren der Mechanik, Stimmen, Zusammensetzen, Regulieren und Vorstimmen eines Klavieres oder Flügelteiles,

 

Fachrichtung Cembalobau:

Beziehen eines Cembalos, Zusammensetzen, Regulieren und Vorstimmen eines einmanualigen Cembalos

- Prüfungsstück anfertigen:

  max. 24 Std.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50%

Technologie

- schriftliche Aufgabe:

  max. 120 Min.

40%

50%

Technische Mathematik
-
schriftliche Aufgabe: max. 90 Min.

20%

Technisches Zeichnen

- schriftliche Aufgabe: max. 90 Min.

20%

Wirtschafts- und Sozialkunde
- schriftliche Aufgabe: max. 60 Min.

20%

 

Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils

  • in der Fertigkeits- und der Kenntnisprüfung sowie
  • innerhalb der Kenntnisprüfung im Prüfungsfach Technologie

mindestens "ausreichende" Leistungen erbracht sind.

 

Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der mündlichen das doppelte Gewicht.

 

 

Links und Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Für jeden Beruf gibt es für Dich eine/n Ansprechpartner/in. Hier ist es...

  • Jörg Ferrando
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