Die berufliche Bildung in Deutschland ist kein rein staatliches System. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Handwerksordnung (HwO) räumen der Arbeitnehmerseite auf drei Ebenen echte Gestaltungsrechte ein.
Auf Bundesebene berät der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) die Bundesregierung in Fragen der Berufsbildung. Er besteht aus je acht Beauftragten der Arbeitgeber:innen, der Arbeitnehmer:innen und der Länder sowie fünf Beauftragten des Bundes. Die Arbeitnehmerbank wird von den DGB-Gewerkschaften besetzt. Die IG Metall ist dort vertreten.
Auf Landesebene beraten die Landesausschüsse für Berufsbildung (LAB) die Landesregierungen. Sie wirken auf die Zusammenarbeit zwischen schulischer und betrieblicher Berufsbildung hin und können Empfehlungen zur regionalen Ausbildungssituation aussprechen.
Auf regionaler Ebene beschließen die Berufsbildungsausschüsse (BBA) bei jeder Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer die Prüfungsordnungen, Ausbildungsregelungen und Verwaltungsgrundsätze. In den Prüfungsausschüssen nehmen ehrenamtliche Prüfer:innen die Zwischen- und Abschlussprüfungen ab. In allen Gremien gilt das Paritätsprinzip: Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen sind gleichberechtigt vertreten.
Die Benennung der Arbeitnehmerbeauftragten erfolgt auf Vorschlag der Gewerkschaften (§ 77 Abs. 2 BBiG). Der DGB koordiniert das Vorschlagsrecht. Die IG Metall bringt als größte DGB-Gewerkschaft die meisten Beauftragten in die Gremien ein, vor allem in den Branchen Metall und Elektro, Stahl, IT, Textil sowie Holz und Kunststoff.
Prüfungswesen: Qualität sichern in der Praxis
Über 300.000 ehrenamtliche Prüfer:innen nehmen jährlich die Zwischen- und Abschlussprüfungen in rund 270 Ausbildungsberufen ab. Das Prüfungswesen ist das Ehrenamt, das am unmittelbarsten in die betriebliche Praxis wirkt. Für Ausbilder:innen und ausbildende Fachkräfte ist die Prüfungstätigkeit oft der erste Einstieg ins ehrenamtliche Engagement. Im WAP-Bereich Prüfen finden sich Informationen zur Prüfer:innengewinnung, zu den Prüfungsinstrumenten, zur Aufgabenerstellung und zu Freistellung und Vergütung.
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Berufsbildungsausschuss: Ausbildungsregeln mitbestimmen
Der Berufsbildungsausschuss (BBA) ist das zentrale Mitbestimmungsgremium der beruflichen Bildung auf regionaler Ebene. Er beschließt verbindliche Rechtsvorschriften: Prüfungsordnungen, Ausbildungsregelungen für Menschen mit Behinderung, Fortbildungsregelungen und Verwaltungsgrundsätze. Wer über die betriebliche Mitbestimmung hinaus Einfluss auf die regionale Ausbildungspolitik nehmen will, findet im BBA den wirksamsten Hebel. Im WAP-Bereich Berufsbildungsausschuss stehen die gesetzlichen Grundlagen, Handlungshilfen zur Sitzungsvorbereitung und die Mustergeschäftsordnungen des DGB zum Download bereit.
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Landesausschuss für Berufsbildung: Bildungspolitik auf Landesebene
Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) berät die Landesregierung in allen Fragen der beruflichen Bildung. Er ist drittelparitätisch besetzt: Arbeitnehmer:innen, Arbeitgeber:innen und Behördenvertretungen. In der Praxis behandeln die Landesausschüsse Themen wie die regionale Versorgung mit Ausbildungsplätzen, die Abstimmung zwischen Berufsschulen und Betrieben oder die Umsetzung neuer Ausbildungsordnungen. Der LAB ist das Handlungsfeld für erfahrene Ehrenamtliche, die bildungspolitische Weichen auf Landesebene mitgestalten wollen.
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Studiengänge mitgestalten: Gutachter:innen in der Akkreditierung
Auch bei der Gestaltung von Hochschulstudiengängen bringen Beschäftigte mit Berufspraxis ihr Wissen ein. Das Gewerkschaftliche Gutachter:innen Netzwerk (GNW) koordiniert die Beteiligung von Arbeitnehmervertreter:innen an der Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Gutachter:innen prüfen, ob Studiengänge auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereiten und im Interesse der Studierenden als zukünftige Beschäftigte gestaltet sind. Das GNW ist eine Kooperation von DGB, GEW, IG BCE, IG Metall und Verdi. Informationen zum Netzwerk und zur Mitarbeit stehen auf der Seite des Gewerkschaftlichen Gutachter:innen Netzwerks.
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