Familie und Geld

Ausbildung abbrechen heißt nicht für alle das Gleiche
Soziale Herkunft entscheidet über Chancen nach dem Ausbildungsabbruch

Ein Ausbildungsabbruch kann unterschiedliche Folgen haben. Entscheidend ist oft nicht der Abbruch selbst, sondern die soziale Herkunft. Wer aus benachteiligten Familien kommt, hat deutlich schlechtere Chancen auf Einkommen und neue Abschlüsse.


Ein Ausbildungsabbruch gilt oft pauschal als Scheitern. Doch ein genauerer Blick zeigt ein differenziertes Bild. Nach Einschätzung des IAB entscheidet nicht allein der Abbruch über die spätere Einkommenslage, sondern vor allem die sozialen Startbedingungen der jungen Menschen.
 
Jugendliche aus nicht benachteiligten Familien können einen Abbruch häufiger ausgleichen. Sie wechseln in eine andere Ausbildung, holen Abschlüsse nach oder finden schneller wieder Anschluss im Bildungssystem. Der Abbruch ist für sie eher eine Unterbrechung als eine Sackgasse.
 
Ganz anders sieht es für junge Menschen aus sozial benachteiligten Familien aus. Fehlen finanzielle Rücklagen, familiäre Unterstützung oder stabile Netzwerke, wird der Abbruch schnell zur Einkommensfalle. Der Weg zurück in Ausbildung oder Qualifizierung ist deutlich schwieriger. Das Risiko dauerhaft niedriger Einkommen steigt.
 
Aus gewerkschaftlicher Sicht ist klar: Ausbildungsabbrüche müssen früher verhindert werden. Gute Betreuung im Betrieb, verlässliche Berufsschulen und echte Unterstützung bei Problemen sind entscheidend. Prävention ist günstiger und gerechter als spätere Reparatur durch prekäre Beschäftigung oder Hilfsmaßnahmen.
 
Wichtige Förderprogramme im Überblick

Eine Info vorab: Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur steht auch dem Betriebsrat beratend zur Seite!

Auszubildender und Meister im Gespräch in einer Schreinerwerkstatt

Assistierte Ausbildung (AsA flex)

Die Assistierte Ausbildung unterstützt Auszubildende und Betriebe. Jugendliche erhalten sozialpädagogische Begleitung, Sprachförderung und fachliche Unterstützung. Betriebe bekommen Hilfe bei Organisation, Ausbildungsplanung und bei schwierigen Verläufen. Die Kosten trägt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. 
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Ein älterer und ein jüngerer Arbeitnehmer in einem Betrieb.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Ein betriebliches Langzeitpraktikum von vier bis zwölf Monaten für junge Menschen ohne Vorkenntnisse. Ideal, um Fähigkeiten zu testen, sprachlich aufzuholen und Orientierung zu geben. EQ kann mit AsA flex kombiniert werden und wird nach § 54a SGB III gefördert. Auch Teilzeit ist möglich. 
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Geld, Scheine

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Finanzielle Unterstützung für Jugendliche, die während Ausbildung oder EQ nicht bei den Eltern wohnen können. Ansprechpartnerin ist die Agentur für Arbeit am Wohnort. 
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Prüfen, Laptop
Weitere Förderprogramme und -initiativen in Bund, Ländern und EU