Berufsbildungsbericht 2026 veröffentlicht Berufsbildung stärken und Ausbildung sichern

Der Berufsbildungsbericht 2026 zeigt deutliche Probleme auf dem Ausbildungsmarkt. Weniger Ausbildungsplätze treffen auf mehr junge Menschen ohne Platz. Die Gewerkschaften fordern jetzt entschlossenes Handeln für eine starke berufliche Bildung.

In einem Regal gestapelte Bücher.


Der Berufsbildungsbericht 2026 liegt vor. Er bietet eine umfassende Bestandsaufnahme zur Lage der beruflichen Bildung in Deutschland. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Länder danken allen Beteiligten für die Erstellung des Berichts. 

Ausbildung eröffnet jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben und ermöglicht Weiterentwicklung über Fortbildung. Doch genau hier zeigen sich große Probleme. Der Übergang von der Schule in den Beruf funktioniert für viele nicht mehr gut. 2025 ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erneut gesunken. Insgesamt wurden nur noch 476.000 Verträge abgeschlossen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen gestiegen. Das Ergebnis ist alarmierend. Fast 40.000 junge Menschen blieben ohne Ausbildungsplatz. So viele wie seit 2007 nicht mehr.

Besonders kritisch ist der Rückgang der Ausbildungsangebote in wichtigen Industrien. In den Metallberufen gab es deutlich weniger neue Verträge als vor der Pandemie. Auch in der Chemie und Pharmaindustrie wurden spürbar weniger Ausbildungsplätze angeboten. In Ostdeutschland ist die Lage besonders dramatisch. Dort ist innerhalb eines Jahres ein Drittel der Ausbildungsplätze weggefallen.

Gleichzeitig landen immer mehr junge Menschen im Übergangsbereich. Über 260.000 junge Menschen befinden sich dort in Maßnahmen statt in einer vollqualifizierenden Ausbildung. Für viele ist das eine Warteschleife ohne klare Perspektive. Das ist sozial ungerecht und verschärft den Fachkräftemangel.

Aus Sicht der Gewerkschaften tragen die Betriebe eine klare Verantwortung. Die Zahl der ausbildenden Betriebe sinkt weiter. Nur noch knapp 19 Prozent der Betriebe bilden aus. Besonders kleine und mittlere Unternehmen ziehen sich zurück. Das ist angesichts des Fachkräftebedarfs nicht akzeptabel.

Der Bericht zeigt auch deutliche soziale Ungleichheiten. Junge Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, mit Behinderung oder mit niedrigerem Schulabschluss haben schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Hier braucht es verbindliche Maßnahmen für mehr Chancengleichheit, inklusive Ausbildung und eine bessere Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Probleme gibt es auch in den sozialen Berufen. In der Pflege steigen zwar die Ausbildungszahlen, doch hohe Vertragslösungen und strukturelle Schwierigkeiten bleiben ungelöst. In der Erzieher:innenausbildung gehen die Anfängerzahlen zurück, obwohl der Bedarf weiter wächst. Ohne Gegensteuern droht eine weitere Schwächung dieser wichtigen Berufe.

Die Gewerkschaften fordern ein klares Aktionsprogramm. Ausbildungskapazitäten müssen gesichert und ausgebaut werden. Verbundausbildung und überbetriebliche Ausbildung müssen besser gefördert werden. Die Ausbildungsgarantie muss für alle jungen Menschen wirksam, erreichbar und niedrigschwellig sein. Ergänzend braucht es einen Zukunftsfonds Ausbildung, an dem sich Betriebe beteiligen.

Eine starke berufliche Bildung ist entscheidend für gute Arbeit, Fachkräftesicherung und faire Lebenschancen. Jetzt braucht es schnelles und gemeinsames Handeln von Bund, Ländern, Sozialpartnern und Betrieben.

Download des Berufsbildungsberichts