Immer mehr Frauen arbeiten in Ingenieurberufen. Zwischen Ende 2012 und Juni 2025 hat sich ihre Zahl fast verdoppelt. Heute sind rund 217.400 Frauen sozialversicherungspflichtig als Ingenieurinnen beschäftigt und finden in der IG Metall eine starke Partnerin. Ihr Anteil ist von etwa 15 auf gut 20 Prozent gestiegen. Das ist ein positives Signal für den Arbeitsmarkt und für die Gewerkschaft.
Allerdings zeigt der Blick auf einzelne Berufsgruppen große Unterschiede. In der Rohstofferzeugung und Rohstoffgewinnung lag der Frauenanteil 2025 bei fast 45 Prozent. In der Elektrotechnik sowie in der Metallverarbeitung waren es dagegen nur rund 12 Prozent. In fast allen Bereichen ist der Frauenanteil seit 2012 gestiegen. Eine Ausnahme bilden Kunststoffherstellung und Chemie. Dort ist der Anteil von Frauen zurückgegangen.
Auch an den Hochschulen zeigt sich ein vorsichtig positiver Trend. Die Zahl der Studentinnen in den Ingenieurwissenschaften ist zwischen 2015 und 2023 von 166.000 auf über 189.000 gestiegen. Im Jahr 2023 waren gut 25 Prozent der Studierenden in diesen Fächern Frauen. Dennoch ist Deutschland von einer gleichmäßigen Verteilung noch weit entfernt.
Ein Grund liegt früh im Bildungsweg. Mädchen trauen sich in Mathematik und Naturwissenschaften oft weniger zu, auch wenn ihre Leistungen vergleichbar sind. Stereotype Erwartungen spielen dabei eine große Rolle. Schule, Eltern und Berufsberatung sind deshalb besonders gefordert. Themen wie Klimaschutz und ökologische Transformation können helfen, Interesse zu wecken. Denn diese Aufgaben brauchen technisches und digitales Wissen.
Studien zeigen: Mit gezielten Maßnahmen könnte die Zahl der Frauen in Ingenieur und IT Berufen bis 2035 deutlich steigen. Der wirtschaftliche Nutzen wäre erheblich. Dafür braucht es politische Unterstützung, eine stärkere Berufsorientierung in der Schule sowie Mentoring und Austausch mit Ingenieurinnen aus der Praxis.