Eine moderne berufliche Bildung benötigt vielfältige Perspektiven und qualifiziertes Ausbildungspersonal. FLINTA im betrieblichen Ausbildungsteam sowie in Prüfungsausschüssen tragen dazu bei, geschlechtergerechte Strukturen im dualen System zu stärken. Die duale Ausbildung basiert auf der Zusammenarbeit von Betrieben und Berufsschulen und ist auf Fachkräfte angewiesen, die Lernprozesse planen, begleiten und bewerten. Wenn FLINTA als Ausbildende Verantwortung übernehmen, verbessert dies die Sichtbarkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten; es stärkt die Umsetzung der Standardberufsbildpositionen zu Kommunikation, Zusammenarbeit, Diversität und Digitalisierung und ermöglicht ein Lernumfeld, das unterschiedliche Erfahrungen einschließt.
Geschlechtergerechte Strukturen entstehen nicht allein durch rechtliche Vorgaben, sondern durch die Personen, die das System im Alltag gestalten. In vielen Betrieben sind FLINTA im Ausbildungspersonal unterrepräsentiert. Ihre Beteiligung erweitert die Perspektiven im Team; sie unterstützt Auszubildende, die selbst Benachteiligungserfahrungen mitbringen; sie wirkt positiv auf die Bindung junger Menschen im Ausbildungsverlauf. Vielfältige Ausbildungsteams tragen so zur Fachkräftesicherung bei.
Eine zentrale Rolle für gerechte Verfahren hat die Mitarbeit von FLINTA in Prüfungsausschüssen. Prüfungsausschüsse verantworten die Durchführung und Bewertung der Zwischen- und Abschlussprüfungen und sichern die Einhaltung der Ausbildungsordnungen. Die paritätische Besetzung nach Berufsbildungsgesetz stellt sicher, dass die Arbeitnehmerseite strukturell eingebunden ist. Wenn FLINTA als Arbeitnehmervertreter:innen in diese Gremien einziehen, verbessern sie die Objektivität; sie verringern das Risiko geschlechtsbezogener Verzerrungen; sie bringen Erfahrungswissen ein, das bisher in Ausschüssen häufig fehlt.
Die duale Ausbildung gewinnt dadurch an Transparenz und Legitimation. Vielfalt in den Gremien stärkt die demokratische Mitgestaltung, denn die Entscheidungen der Prüfungsausschüsse wirken unmittelbar auf Ausbildungserfolg und berufliche Chancen. Wer sich engagiert, gestaltet Prüfungsverfahren, Bewertungsmaßstäbe und Weiterentwicklungen der Ausbildungsordnungen mit.
Auch im betrieblichen Alltag entsteht durch FLINTA im Ausbildungspersonal ein diskriminierungsärmeres Lernumfeld. Ausbildende, die Diversität als fachliche Aufgabe verstehen, können Konflikte früh erkennen, Auszubildende stärken und ein modernes Verständnis von Teamarbeit und Kommunikation fördern. Damit unterstützen sie zentrale Anforderungen der digitalen Transformation und tragen zur Qualitätssicherung gemäß Berufsbildungsgesetz bei.
Die berufliche Bildung braucht Personen, die Verantwortung übernehmen und Veränderungen unterstützen. FLINTA, die sich als Ausbildende oder in Prüfungsausschüssen engagieren, leisten einen wichtigen Beitrag zu einem gerechten und zukunftsfähigen Berufsbildungssystem. Interessierte können sich über die Arbeitnehmervertretung im Betrieb oder über die regionalen Strukturen der IG Metall für eine Mitarbeit in Prüfungsausschüssen melden und sich für die Aufgaben des Ausbildungspersonals qualifizieren.
Die Eignung des Ausbildungspersonals ergibt sich aus dem Berufsbildungsgesetz.
Es regelt Aufgaben der Ausbildenden sowie die paritätische Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse.
Prüfungen erfolgen auf Grundlage der jeweiligen Ausbildungsordnung und der zugehörigen Prüfungsanforderungen.
Prüfungsausschüsse organisieren und bewerten Zwischen- und Abschlussprüfungen; sie sichern einheitliche Bewertungsmaßstäbe; sie wirken an der Weiterentwicklung der Prüfungsstrukturen mit. Unterschiedliche Perspektiven im Ausschuss fördern faire und transparente Entscheidungen.
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Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen können geeignete Personen für Prüfungsausschüsse vorschlagen;
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regionale IG Metall Geschäftsstellen unterstützen bei Benennung und Qualifizierung;
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Betriebe können FLINTA gezielt in Ausbildungsteams einbinden und ihnen Verantwortung übertragen.