Fachtagung zum Bildungsbericht 2026 rückt Fokus neu Berufsbildung unter Druck

Der Bildungsbericht ist da. Wirklich neu ist er nicht mehr. Aber seine Befunde sind klar: Weniger Ausbildungsplätze, mehr Abbrüche, schwierige Übergänge. Auf der Fachtagung wird diskutiert, was jetzt passieren muss.

Ein junger Mann liest Zeitung und trinkt dabei Kaffee.


Der Bildungsbericht 2026 liegt seit einigen Wochen vor. Der große Neuigkeitseffekt ist vorbei. Trotzdem lohnt sich der Blick. Denn die Befunde sind deutlich. Ggerade für die berufliche Bildung.

Duale Ausbildung verliert weiter an Boden

Die Lage im dualen System bleibt angespannt. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist in den letzten Jahren weiter gesunken. Gleichzeitig ging auch das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen zurück. 

Der Einstieg in Ausbildung ist vielerorts schwieriger geworden. Auf 100 Bewerber:innen kommen aktuell weniger als 100 Ausbildungsplätze. Gleichzeitig bleiben Stellen unbesetzt. Das passt nicht zusammen. Der Bericht spricht von anhaltenden Passungsproblemen zwischen Angebot und Nachfrage. 

Die Folge: Viele landen nicht direkt in Ausbildung, sondern im Übergangsbereich. Dessen Bedeutung wächst wieder.

Mehr Abbrüche und ungleiche Chancen

Auch innerhalb der Ausbildung zeigen sich Probleme. Die Zahl der vorzeitigen Vertragslösungen ist auf einen Höchststand gestiegen. Besonders betroffen sind junge Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss sowie Jugendliche ohne deutsche Staatsangehörigkeit. 

Das macht deutlich, dass der Zugang zur Ausbildung selektiv ist. Schulabschlüsse entscheiden weiterhin über Chancen im System. Das bestätigt auch der Gesamtbefund des Bildungsberichts. Bildungswege hängen in Deutschland immer noch stark von der sozialen Herkunft ab.

Weniger Abschlüsse, mehr Risiken für Fachkräfte

Ein weiterer kritischer Punkt: Die Zahl der Ausbildungsabsolvent:innen ist deutlich gesunken. Im dualen System sogar um fast ein Viertel seit 2012. 

Das ist ein Problem für Jugendliche und für die Betriebe. Denn Fachkräfte fehlen schon heute. Gleichzeitig verschiebt sich der Zulauf hin zum schulischen Berufssystem. Vor allem zu sozial und gesundheitlichen Berufen.

Übergänge bleiben die größte Baustelle

Gerade der Schritt von der Schule in Ausbildung entscheidet darüber, wie der Berufsweg weitergeht. Hier kumulieren Probleme! Fehlende Abschlüsse, unklare Orientierung, zu wenige passende Angebote. 

Der Bericht zeigt auch, dass viele junge Menschen sich umorientieren, Wege wechseln oder abbrechen. Bildungsbiografien werden vielfältiger aber auch unsicherer.

Weiterbildung bleibt ungleich verteilt

Auch nach der Ausbildung gibt es Unterschiede. Betriebe investieren weniger in Weiterbildung als früher. Vor allem Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten profitieren selten davon. 

Das ist ein Problem in Zeiten von Transformation. Denn neue Anforderungen entstehen überall aber nicht alle haben die gleichen Chancen, mitzuhalten.