Berufsausbildung Ausbildung in Teilzeit

Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen - es gibt viele Gründe, die eine Berufsausbildung in Vollzeit erschweren oder gar unmöglich machen. Damit der Berufseinstieg trotzdem klappt, gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung auch in Teilzeit zu absolvieren.

junge Frau in einer Werkstatt


Eine Ausbildung erfordert Zeit. Muss man nebenbei noch Kinder betreuen oder Deutschkenntnisse verbessern, ist der Weg in eine Berufsausbildung oft schwer oder nicht möglich. In diesen und anderen Fällen kann eine Ausbildung in Teilzeit die Lösung sein.

Was genau ist eine Teilzeitausbildung?

Eine Teilzeitausbildung ist eine vollwertige Berufsausbildung. Dabei wird die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb verkürzt. Sie ermöglicht es Menschen, die aus persönlichen Gründen keine Vollzeitausbildung absolvieren können, einen Beruf zu erlernen. Grundsätzlich können alle dualen Ausbildungsberufe in Teilzeit absolviert werden. Einzige Voraussetzung: Der Ausbildungsbetrieb muss zustimmen.

Mit wem muss ich die Teilzeitausbildung abklären?

Die Teilzeitausbildung muss im Vorfeld mit dem Ausbildungsbetrieb abgestimmt und im Ausbildungsvertrag vereinbart werden. Dabei ist zu klären, unter welchen Rahmenbedingungen eine Ausbildung in Teilzeit überhaupt möglich ist. Der Betriebsrat und die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) können dabei unterstützen.

Wie lange dauert eine Teilzeitausbildung?

Die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit kann bei einer Teilzeitberufsausbildung auf bis zu 50 Prozent reduziert werden. Entweder für die gesamte Ausbildungsdauer oder nur für einen bestimmten Zeitraum. Die maximale Ausbildungsdauer beträgt das Eineinhalbfache der regulären Ausbildungszeit. Eine dreijährige Ausbildung in Teilzeit kann also maximal viereinhalb Jahre dauern.

Und die Berufsschule?

Die Berufsschule ist nicht an die im Ausbildungsvertrag vereinbarte Teilzeit gebunden. Teilzeitauszubildende müssen daher den Unterricht in der Regel in Vollzeit absolvieren. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bei entsprechender Klassenstärke eine Teilzeitberufsschulklasse einzurichten. Dafür gilt: Auch die Berufsschule sollte über die Teilzeitausbildung informiert werden.

Wer kann eine Teilzeitausbildung machen?

Grundsätzlich kann jeder und jede eine Ausbildung in Teilzeit absolvieren. Besonders interessant ist diese Option für Menschen, die wegen ihrer individuellen Lebenssituation keine Ausbildung in Vollzeit absolvieren können. Dazu zählen unter anderem Eltern mit kleinen Kindern, Menschen, die Angehörige pflegen, Personen, die zusätzlichen Förderunterricht oder Deutschkurse benötigen oder Auszubildende, die nebenbei arbeiten wollen oder müssen.

Fachkräftemangel? Teilzeitausbildung!

Nicht nur die Auszubildende profitieren von der Teilzeitausbildung, indem sich Leben und Ausbildung besser vereinbaren lassen. Auch für die Betriebe bietet die Möglichkeit Vorteile: In Zeiten des Fachkräftemangels und zahlreicher unbesetzter Ausbildungsplätze eröffnet sich dadurch der Zugang zu einer neuen Gruppe von Bewerberinnen und Bewerbern. Und damit zu motiviertem Fachkräftenachwuchs.

Weitere Informationen zur Teilzeitausbildung findest Du beim Bundesministerium für Bildung und Forschung

Vorteile einer Ausbildung in Teilzeit
Ein Blondes Mädchen schaut lächelnd nach vorne während eines Seminars.

Mehr Bewerber:innen

Teilzeit-Ausbildungen eröffnen Menschen Chancen, die z.B. wegen Kinderbetreuung, Pflege oder Spitzensport nicht in Vollzeit arbeiten können. Betriebe erschließen so zusätzliche Bewerber:innen. Die Arbeitszeit kann um bis zu 50 Prozent reduziert werden und schafft flexible Lösungen.
Vater hält die Hand seines kleinen Sohns

Weniger Fluktuation

Wer z.B. familiäre Aufgaben übernimmt, ist oft ortsgebunden und zieht seltener um. Kündigungen wegen Wohnortwechsel kommen deshalb kaum vor. Teilzeit-Auszubildende bleiben Betrieben meist langfristig erhalten.
Eine Gruppe von Menschen stapeln ihre Hände

Starke Persönlichkeiten

Die Organisation von Familie, Ehrenamt und Alltag stärkt soziale und organisatorische Fähigkeiten. Viele Teilzeit-Auszubildende bringen Lebenserfahrung, Pflichtbewusstsein und Belastbarkeit mit. Das wirkt positiv auf Teams und Ausbildungsgruppen.
Logo Zeit für Zukunft

Flexibel auf Lebenssituationen reagieren

Private Veränderungen können die Ausbildung belasten. Wer z.B. plötzlich Angehörige pflegt, gerät schnell in Schwierigkeiten. Ein Teilzeit-Angebot hilft, Überlastung zu vermeiden und Ausbildungsabbrüche zu verhindern.
Gleichstellungspolitische Impulse setzen

Zeichen für einen modernen Arbeitgeber

Bewerber:innen erwarten heute flexible Arbeitsbedingungen. Teilzeit-Ausbildung ist noch selten und kann im Wettbewerb um Talente ein Pluspunkt sein. Betriebe zeigen damit Modernität und erhöhen ihre Attraktivität.
  • ..näheres zu den Modellen und Rahmenbedingungen einer Teilzeitberufsausbildung anhand von Praxisbeispielen

  • ..warum das Modell Teilzeitausbildung als strategische Recruiting-Maßnahme so wirksam ist

  • ..worin die zahlreichen Vorteile einer Teilzeitberufsausbildung für Betriebe und Auszubildende liegen

  • ..wo es weiterführende Informationen und Ressourcen zum Thema gibt

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