Argumente-Papier des Wissenschaftlichen Beratungskreises Demokratiebildung in der Ausbildung stärken

Ein neues Argumente-Papier des Wissenschaftlichen Beratungskreises von IG Metall und ver.di zeigt: Demokratiebildung gehört fest in die duale Ausbildung. Es macht deutlich, warum Betriebe wichtiger Lernort sind und wie Demokratie verbindlich verankert werden kann.

Populismus_Demokratie


WBK - Argumente-Papier zur Demokratiebildung (2026)

Demokratiebildung als Teil der Standardberufsbildpositionen in der dualen Ausbildung. Ein Expertise des Wissenschaftlichen Beratungskreises von IGM und ver.di

Demokratie fällt nicht vom Himmel. Sie muss gelernt werden - auch im Betrieb! Denn hier lernen junge Menschen, wie Zusammenarbeit funktioniert. Ob sie beteiligt werden, ob sie ernst genommen werden, ob sie Konflikte fair lösen können. Das Papier macht deutlich: Demokratie zeigt sich im Alltag. Sie entsteht durch Mitbestimmung und Respekt. Sie braucht konkrete Lerngelegenheiten!

Wegweiser

Viel passiert, aber oft zufällig

Es gibt bereits Ansätze für Demokratiebildung. Zum Beispiel Workshops gegen Diskriminierung oder Projekte zur Mitbestimmung. Aber:
>> vieles passiert punktuell, 
>> oft hängt es vom Engagement einzelner ab und 
>> es fehlt eine verbindliche Struktur.

Das Papier zeigt hier Umsetzungsprobleme auf.

Prüfen, Lupe

Standardberufsbildpositionen im Fokus

Ein zentraler Hebel sind die sogenannten Standardberufsbildpositionen. Sie legen fest, was alle Azubis lernen sollen unabhängig vom Beruf. Heute enthalten sie bereits Themen wie Arbeitsschutz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Aspekte von Demokratie sind darin zwar enthalten, aber nur indirekt. Das bedeutet:
>> Demokratie kommt bislang nicht klar vor;
>> wichtige Kompetenzen bleiben unscharf;
>> vieles ist Auslegungssache.
Eine Gruppe junger Menschen sitzt bei einer Konferenz zusammen und unterhält sich.

Demokratie verbindlich machen

Der Beratungskreis schlägt vor, Demokratiebildung klar zu verankern. Dazu gibt es drei Varianten:
>> Eine eigene Standardberufsbildposition
>> Ergänzungen in bestehenden Bereichen
>> Eine grundlegende Überarbeitung aller Positionen

Das Ziel ist immer gleich: Demokratie soll nicht nebenbei laufen. Sie soll bewusst Teil der Ausbildung sein.

Das Papier macht einen wichtigen Punkt klar: Demokratiebildung gehört zur beruflichen Handlungskompetenz.

Wenn Azubis lernen, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu lösen und mitzubestimmen, stärkt das nicht nur den Betrieb. Es stärkt die Gesellschaft insgesamt. Genau deshalb treiben die IG Metall mit Unterstützung ihres Sozialpartners das Thema jetzt auch politisch voran. Gemeinsam haben sie Demokratiebildung zum Schwerpunktthema im BIBB-Hauptausschuss für das Jahr 2026 gemacht.

Das Ziel für die IG Metall ist klar: Demokratiebildung soll explizit in den Standardberufsbildpositionen verankert werden. So entsteht endlich eine verbindliche Grundlage. Auf diese können sich dann engagierte Ausbilder:innen, Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen beziehen.

Das schafft Klarheit und Rückenwind für die Praxis im Betrieb. Denn eines ist klar:  Ohne engagierte Ausbilder:innen und eine starke Mitbestimmung geht es nicht! Die besten Regeln bringt nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden. 

>> Wissenschaftlicher Beraterkreis der Gewerkschaften IG Metall und ver.di