Ausbildungsfonds in Bremen nimmt Fahrt auf Vier Millionen Euro für bessere Ausbildung und mehr Unterstützung

Der Bremer Ausbildungsfonds startet die ersten Förderprogramme. Rund vier Millionen Euro fließen in Berufsorientierung, Sprachförderung, Prüfungsvorbereitung und Begleitung von Auszubildenden und Betrieben.

Auszubildender und Meister im Gespräch in einer Schreinerwerkstatt

23. Oktober 2026 23. Oktober 2026


Der Bremer Ausbildungsfonds geht in die nächste Phase. Nachdem bereits finanzielle Anreize für Betriebe mit hoher Ausbildungsquote geschaffen wurden, hat der Verwaltungsrat nun die ersten konkreten Fördermaßnahmen beschlossen. Für die Programme stehen rund vier Millionen Euro zur Verfügung.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht direkte Zuschüsse, sondern Unterstützungsangebote für Betriebe und Auszubildende. Ziel ist es, mehr junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen, Ausbildungsverhältnisse zu stabilisieren und Unternehmen bei ihren Ausbildungsaufgaben zu entlasten.

Die beschlossenen Maßnahmen konzentrieren sich auf mehrere Bereiche:

  • Berufsorientierung stärken
    Praktika, Workshops und Betriebserkundungen sollen Jugendlichen frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufe ermöglichen. Damit soll der Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtert werden.
  • Sprachförderung für Auszubildende
    Sprachcoaches unterstützen Auszubildende mit Sprachbarrieren direkt im Arbeitsalltag. Ergänzend sind digitale Lernangebote vorgesehen.
  • Prüfungsvorbereitung ausbauen
    Externe Fachkräfte sollen Auszubildende gezielt auf Abschlussprüfungen vorbereiten. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sollen dadurch entlastet werden.
  • Betriebe begleiten
    Ausbildungsbetriebsbegleiter:innen unterstützen Unternehmen und Auszubildende während der gesamten Ausbildung. Sie helfen bei Problemen und vermitteln bei Bedarf weitere Unterstützungsangebote.
  • Ausbildungsbotschafter:innen einsetzen
    Nach dem Vorbild anderer Bundesländer sollen Auszubildende ihre Erfahrungen an Schulen und bei Berufsorientierungsveranstaltungen weitergeben und so für die duale Ausbildung werben.
     

Nächster Schritt nach der Ausbildungsumlage

Mit den nun beschlossenen Programmen wird die zweite Säule des Bremer Ausbildungsfonds umgesetzt. Die Debatte um die Ausbildungsumlage hatte in den vergangenen Jahren bundesweit für Auseinandersetzungen gesorgt. Kritiker:innen warnten vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen, Befürworter:innen verwiesen auf die Verantwortung aller Betriebe für die Fachkräftesicherung.

Die jetzt gestarteten Maßnahmen zeigen, wie die aus der Umlage finanzierten Mittel konkret eingesetzt werden können: Sie sollen Ausbildungsbetriebe unterstützen, Ausbildungsabbrüche reduzieren und mehr junge Menschen erfolgreich durch die Ausbildung begleiten.