Chancengleichheit im Bildungssystem Stipendien und soziale Herkunft

Die Hans Böckler Stiftung fördert gezielt Studierende aus nicht akademischen Familien. Stipendien gleichen soziale Startnachteile aus, bieten finanzielle Sicherheit und stärken durch Beratung und Netzwerke die Bildungsdurchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung

Eine junge Studentin lernt in der Bibliothek. Erschienen in metallzeitung 4/2016.

26. Mai 2026 26. Mai 2026


Knapp 73 Prozent der Stipendiat*innen, die die Hans-Böckler-Stiftung im Jahr 2025 bei ihrem Studium gefördert hat, besuchen als erste in ihrer Familie eine Hochschule. 2019 lag der Anteil der Erstakademiker*innen unter den Geförderten noch bei knapp 58 Prozent, 2022 waren es gut 68 Prozent. Damit hat die Begabtenförderung der Stiftung ihren Beitrag zu gleichen Bildungschancen weiter verstärkt. Denn generell ist in Deutschland die soziale Herkunft noch immer prägend für die Bildungskarriere junger Menschen. Bei allen Bildungsübergängen, sowohl auf dem Weg zum Abitur als auch an die Hochschule, ist die Quote von Kindern aus Akademiker:innenfamilien viel höher als von Kindern aus nicht-akademischen Familien. So beginnen laut dem Hochschul-Bildungs-Report 27 Prozent der Kinder aus nicht-akademischen Haushalten ein Studium. Bei Akademiker:innenkindern sind es dagegen 79 Prozent. Und während 43 Prozent der Kinder aus Akademiker*innenhaushalten erfolgreich den Master abschließen, sind es unter Kindern aus Nichtakademiker*innenhaushalten lediglich elf Prozent.

Stipendien gleichen diese Nachteile aus. Viele Geförderte geben an, ohne Unterstützung kein Studium aufgenommen zu haben. Neben finanziellen Hürden spielen fehlende Orientierung und mangelnde Hochschulerfahrung im familiären Umfeld eine wichtige Rolle.

Zusätzlich fördert die Stiftung Vielfalt. Mehr als 40 Prozent der Geförderten haben eine Einwanderungsgeschichte und ein Viertel hat den Hochschulzugang über den zweiten oder dritten Bildungsweg erreicht.

Aktuell unterstützt die Stiftung rund 3000 Personen im Studium, in der Promotion und seit 2024 auch in der Ausbildung. Die Förderung wird aus Bundesmitteln finanziert und durch Eigenmittel für ideelle Angebote ergänzt.

 
 

Kontakt

Hans-Böckler-Stiftung | Ralf Richter

Direktor Begabtenförderung

Zur Website - Studienförderung

Interessierte für ein Studien-Stipendium können sich für eine Förderung ab dem Sommersemester 2027 bis zum 1. August 2026 online bewerben.

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  • Regelbedarf: Erhöhung auf 625 Euro monatlich.

  • Wohnkostenpauschale erhöhen und an regionale Wohnkosten anpassen

  • Förderfähigkeit auch für berufsbegleitende Studiengänge und Übernahme von Studiengebühren bei weiterbildenden Studiengängen.

  • Erhöhung der Elterneinkommensfreibeträge und Erweiterung der elternunabhängigen Förderung

  • Jährliche, automatische Anpassung

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Die Hans-Böckler-Stiftung ist das Begabtenförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten studieren und promovieren an Universitäten, Fachhochschulen oder erwerben das (Fach-)Abitur auf dem zweiten Bildungsweg.