Ein Student macht sich Notizen während eines Seminars.

Wissen für Prüfende
Der Werkzeugkasten: Prüfungsinstrumente

Von der Arbeitsprobe bis zum betrieblichen Auftrag: Die Prüfungsinstrumente der dualen Ausbildung machen Prüfungen praxisnah und berufsbezogen. Eine BIBB-Hauptausschussempfehlung definiert sie systematisch. Ein Überblick über die Instrumente und ihre Anwendung im Prüfungsausschuss gibt es hier.



Moderne Abschluss- und Gesellenprüfungen sollen berufliche Handlungsfähigkeit sichtbar machen. Dazu werden unterschiedliche Prüfungsinstrumente eingesetzt, mit denen Prüflinge ihre Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in berufstypischen Situationen nachweisen.

Die entsprechende BIBB-Hauptausschuss-Empfehlung unterscheidet eigenständige Prüfungsinstrumente, Prüfungsinstrumente mit Bezug auf andere Leistungen sowie unterstützende Prüfungsinstrumente. Je nach Ausbildungsberuf können sie einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

Prüfungsinstrumente dienen nicht der reinen Wissensabfrage. Sie sollen ermöglichen, dass Prüflinge zusammenhängende berufliche Aufgaben bearbeiten und dabei ihre berufliche Handlungskompetenz zeigen.

Im Folgenden sind die Prüfungsinstrumente genauer beschrieben:

Prüfungsinstrumente im Überblick

Auszubildender an einer Drehmaschine

Herstellen eines Prüfungsprodukts bzw. Prüfungsstücks

Mit einem selbst erstellten Werkstück oder Produkt weist der Prüfling nach, dass er berufliche Anforderungen fachgerecht umsetzen kann.

Eine Auszubildende kontrolliert Metallteile.

Durchführen einer Arbeitsprobe

Der Prüfling demonstriert eine typische praktische Tätigkeit seines Berufs und macht dabei sein handwerkliches oder fachliches Können sichtbar.

Junger Mann beim Lernen

Schriftliche Bearbeitung von Aufgaben

Berufliche Fragestellungen werden schriftlich bearbeitet, um Fachwissen, Prozessverständnis und die Fähigkeit zur Problemlösung nachzuweisen.

Ausbilder in der Fachrichtung Elektroniker bei der Dillinger Hütte in Dillingen. Zusammen mit drei Kollegen bildet er am Standort im saarländischen Dillingen junge Menschen aus: Pro Lehrjahr begleitet er bis zu 20 Auszubildende durch die dreijährige Ausbildung und führt sie zu den Abschlussprüfungen.

Durchführen einer Gesprächssimulation

In einer realitätsnahen Gesprächssituation zeigt der Prüfling, wie sicher er oder sie fachlich argumentiert und mit anderen kommuniziert.

David Schäfer ist Auszubildender bei Schunk in Heuchelheim

Durchführen eines Projekts, eines betrieblichen Auftrags oder einer Fachaufgabe

An einer echten betrieblichen Aufgabe zeigt der Prüfling, wie er oder sie berufliche Anforderungen im Arbeitsalltag erfolgreich bewältigt.

Auszubildende Anna-Lena Neumaier schaut ins Berichtsheft

Bearbeiten einer Arbeitsaufgabe

An einer komplexen Praxissituation zeigt der Prüfling, wie er oder sie berufliche Aufgaben plant, umsetzt und zu einem fachgerechten Ergebnis führt.

Frau im Geschäftstreffen

Führen eines Fachgesprächs

Der Prüfling erläutert seine Entscheidungen, Vorgehensweisen und Ergebnisse und macht seine fachlichen Überlegungen nachvollziehbar.

Bildung, Frau, Tafel

Halten einer Präsentation

Der Prüfling stellt eine Arbeitsleistung strukturiert vor und zeigt, dass er oder sie Inhalte verständlich und adressatengerecht vermitteln kann.

Gestapelte Hefte und Blöcke.

Erstellen einer Dokumentation

Die Arbeitsleistung wird schriftlich festgehalten, sodass Vorgehen, Entscheidungen und Ergebnisse nachvollziehbar werden.

Drei Arbeitnehmer im Gespräch am Arbeitsplatz

Führen eines ergänzenden Reflexionsgesprächs

Der Prüfling blickt auf seine praktische Arbeit zurück, erklärt seine Entscheidungen und bewertet das eigene Vorgehen kritisch.

Ein macht Notizen auf Papier auf einem Klemmbrett. Eine andere Person tippt auf einer Tastatur.

Erstellen ergänzender, praxisüblicher Unterlagen

Pläne, Skizzen, Berechnungen oder ähnliche Unterlagen ergänzen die Prüfungsleistung und dokumentieren das fachliche Vorgehen.



BIBB HA-Empfehlung

zur Gestaltung von Prüfungsanforderungen und -instrumenten in Ausbildungsordnungen

BIBB HA 186

Die Empfehlung dient als Grundlage für die Festlegung von Prüfungsanforderungen und Prüfungsinstrumenten in Zwischen-, Abschluss- und Gesellenprüfungen. Sie soll ein einheitliches Verständnis von Prüfungsinstrumenten fördern und den Beteiligten in Ordnungsverfahren als Orientierung bei deren Auswahl dienen.

Wissen für Prüfende
Wirtschaftskonzept

Freistellung & Vergütung

Muss der Arbeitgeber für die Prüfertätigkeit freistellen, und läuft das Gehalt weiter? Seit der BBiG-Novelle gibt es einen gesetzlichen Freistellungsanspruch. Bei der Vergütung kommt es auf Arbeits- und Tarifvertrag an.

Jemand schreibt etwas auf ein Stück Papier.

Prüfungsordnung

Prüfungsordnungen regeln Ablauf, Bewertung und Zulassung von Prüfungen in der beruflichen Bildung. Sie schaffen Transparenz, sichern Qualität und geben Prüfer:innen klare Orientierung für die Prüfungspraxis.

creative designers working laptop Frau Menschen

Prüfungen fair bewerten und rechtssicher durchführen

Du erfährst, wie du Prüfungen fair, transparent und rechtssicher bewertest und dokumentierst. Mit klaren Regeln zu Organisation, Ablauf, Täuschung und besonderen Bedarfen behältst du als Prüfer:in den Überblick.

Beratungssituation an einem Schreibtisch

Beschlussfassung im Prüfungsausschuss

Du erhältst einen Überblick über die Regeln der Beschlussfassung im Prüfungsausschuss. Erfahre, wann ein Ausschuss beschlussfähig ist, wie abgestimmt wird und welche Rolle Befangenheit und Niederschrift spielen.

Auszubildender und Meister im Gespräch in einer Schreinerwerkstatt

Der Nachteilsausgleich für Prüflinge

Prüflinge mit Einschränkungen haben Anspruch auf Nachteilsausgleich: von verlängerten Prüfungszeiten über technische Hilfen bis zu angepassten Aufgabenformaten. Über die passende Form entscheidet der Prüfungsausschuss, individuell und im Einzelfall.

Auszubildende Anna-Lena Neumaier schreibt ins Berichtsheft

Aufgaben der Kammern

Die Kammern sind verantwortlich für die Organisation und Durchführung von Prüfungen in der beruflichen Ausbildung.