Ausbildung für die vernetzte Gebäudetechnik Elektroniker:in für Gebäudesystemintegration

Der Beruf Elektroniker:in für Gebäudesystemintegration verbindet Elektrotechnik, IT und Vernetzung. Er bringt zudem eine Neuerung in die Abschlussprüfung des Elektrohandwerks: den betrieblichen Auftrag. Podcast, Community und Umsetzungshilfe unterstützen dabei.

Ein Elektroniker mit Schutzbrille und Handschuhen arbeitet an einem Schaltschrank

5. August 2026 5. August 2026


Intelligente Gebäude steuern Heizung, Beleuchtung, Sicherheitstechnik und Energiemanagement immer stärker vernetzt. Damit diese Systeme zuverlässig funktionieren, braucht es Fachkräfte, die Elektrotechnik, IT und digitale Vernetzung zusammendenken. Für diese Anforderungen entstand 2021 der Ausbildungsberuf Elektroniker:in für Gebäudesystemintegration. Die IG Metall hat als beteiligte Gewerkschaft an der Ausbildungsordnung mitgearbeitet. 

Die Ausbildung dauert 42 Monate und ist im Handwerk angesiedelt. Auszubildende lernen, vernetzte Gebäudesysteme zu planen, zu installieren, zu programmieren und zu betreuen. Für Ausbilder:innen, Prüfer:innen und Betriebe gibt es dazu inzwischen mehrere Unterstützungsangebote.

Ein Schaltboard zum Aufnahmen von Ton- und Videoaufnahmen

Podcasts Leando Talks

Einen anschaulichen Einblick in den Ausbildungsberuf bietet die Folge „Smarte Gebäude brauchen kluge Köpfe“ des Podcasts Leando Talks. Dort berichten Fachleute und Auszubildende aus ihrer Praxis.
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Eine Gruppe von Menschen stapeln ihre Hände

Leando Community

Auf Leando gibt es darüber hinaus eine neue Community zum Beruf. Dort können sich Ausbilder:innen, Prüfer:innen, Auszubildende und Interessierte austauschen, Erfahrungen teilen und Fragen diskutieren.
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Broschüren, abstrakt

BIBB-Umsetzungshilfe

Wer den Beruf im Betrieb ausbilden möchte, findet mit der BIBB Umsetzungshilfe eine wertvolle Unterstützung. Die Publikation erläutert das Berufsbild, die Ausbildungsinhalte und die Prüfungsanforderungen auf Grundlage der Ausbildungsordnung von 2021.
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Die wichtigste Neuerung steckt in der Abschlussprüfung. Teil 2 enthält in diesem Beruf erstmals im Elektrohandwerk einen betrieblichen Auftrag. Die Prüflinge bearbeiten einen echten Kundenauftrag aus ihrem Betrieb, dokumentieren ihn und begründen ihr Vorgehen anschließend im Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss. Geprüft wird damit, was im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird, nicht eine gestellte Aufgabe unter Laborbedingungen. Die IG Metall hat sich in der Neuordnung für diese Prüfungsform eingesetzt, weil sie berufliche Handlungsfähigkeit besser abbildet als eine standardisierte Prüfungsaufgabe.

Für den Prüfungsausschuss ändert sich damit die Arbeit. In Teil 2 muss er keine Prüfungsaufgabe mehr entwickeln, sondern beurteilen, ob der eingereichte Kundenauftrag geeignet ist. Die Vorbereitung verläuft anders: Die Prüflinge kennen ihr eigenes Projekt genauer als der Ausschuss, ein Vorsprung an Projektkenntnis lässt sich nicht mehr voraussetzen. Im Fachgespräch zeigt sich, ob sie ihre Entscheidungen begründen können. Im Gegenzug sehen Prüfer:innen, welche Aufträge, Projekte und Baustellen andere Betriebe beschäftigen. Aus Sicht der IG Metall wird das Ehrenamt dadurch attraktiver, weil es selbst zur fachlichen Weiterbildung wird.

Material für diese Umstellung liegt vor. Zu den Zusatzmaterialien der Umsetzungshilfe gehören ein Prüfungsleitfaden des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke von 2023, ein Bewertungsbogen für das situative Fachgespräch, Aufgabenbeispiele für den Prüfungsausschuss und Hinweise zum Führen von Fachgesprächen. Für Betriebe gibt es Muster für den betrieblichen Ausbildungsplan und den Ausbildungsnachweis sowie ein Beispiel für einen Kundenauftrag.

Der Beruf bleibt bislang klein. Zum 31. Dezember 2024 zählte die Berufsbildungsstatistik bundesweit 402 Auszubildende, darunter 21 Frauen. Im ersten Ausbildungsjahr waren es 141 und damit genauso viele wie im Jahr zuvor. Die Lösungsquote lag 2024 bei 30,9 Prozent. Das BIBB weist darauf hin, dass eine vorzeitige Vertragslösung kein Abbruch ist: Ein großer Teil der Auszubildenden wechselt den Betrieb oder den Beruf.

Aus Sicht der IG Metall entscheidet sich die Qualität eines jungen Berufs im Betrieb und im Prüfungsausschuss. Materialien allein reichen dafür nicht. Wer im Prüfungsausschuss fachlich dazulernt, betreibt Qualifizierung, und Qualifizierung gehört in die Arbeitszeit. Das gilt für Prüfer:innen ebenso wie für Ausbilder:innen, die sich in die neuen Materialien einarbeiten. Auszubildende brauchen zudem Betriebe, die ihnen einen geeigneten Kundenauftrag für die Prüfung tatsächlich zur Verfügung stellen. Wo das fehlt, läuft die beste Prüfungsform ins Leere.

Ausbildungs- und Prüfungspersonal findet die Prüfungsmaterialien in den Zusatzmaterialien der Umsetzungshilfe. Podcast-Folge und Lernpfad bieten einen Einstieg. Die Community auf Leando steht allen Interessierten offen; für den Beitritt ist ein kostenloses Nutzerkonto erforderlich.

Ansprechpartner bei der IG Metall
Daniel Friedrich

Daniel Friedrich