Reform kommt später als geplant Mehr Geld im BAföG, aber viele müssen länger warten

Die BAföG‑Erhöhung ist beschlossen. Doch zentrale Verbesserungen kommen erst später. Für viele Studierende heißt das: noch länger mit zu wenig Geld auskommen.

Eine Sanduhr, durch die roter Sand rinnt.

9. Juli 2026 9. Juli 2026


Nach langem Streit hat sich die Koalition auf eine BAföG‑Reform geeinigt. Die gute Nachricht: Die Förderung wird erhöht. Die schlechte: Wichtige Verbesserungen kommen später als geplant.

Die Wohnkostenpauschale steigt erst zum Sommersemester 2027 von 380 auf 440 Euro im Monat. Ursprünglich war das schon für das Wintersemester 2026/2027 angekündigt. Gerade in teuren Städten bleibt die Förderung damit für viele zu niedrig.

Auch der Grundbedarf steigt, aber schrittweise. Zum Wintersemester 2027/2028 soll er auf 503 Euro wachsen. Erst zum Sommersemester 2029 sind 563 Euro vorgesehen. Das entspricht dann dem Niveau der Grundsicherung. Bis dahin dauert es aber.

Weiter positiv ist, dass die Einkommensfreibeträge ab dem Wintersemester 2028/2029 jedes Jahr automatisch um 1,5 Prozent steigen sollen. Außerdem soll künftig regelmäßig geprüft werden, ob die Bedarfssätze angepasst werden müssen.

Die Reform bringt auch Erleichterungen im Alltag. Der BAföG Antrag soll digitaler und einfacher werden. Ab dem fünften Fachsemester musst du keinen Leistungsnachweis mehr einreichen. Das spart Aufwand und Stress.

Ein wichtiger Punkt: Der Druck aus der Zivilgesellschaft hat gewirkt. Das BAföG Bündnis und eine breite Petition für eine schnelle Verbesserung der Förderung haben dazu beigetragen, dass die Reform nicht weiter verzögert oder gekürzt wurde. Ohne dieses Engagement wären die Verbesserungen so nicht sicher gewesen. 

Die Reaktionen fallen gemischt aus. Das Studierendenwerk begrüßt die Einigung, kritisiert aber die Verzögerung. Viele Studierende müssten weiter mit zu wenig Geld auskommen. Auch Kritik aus der Opposition bleibt: Die Reform gehe nicht weit genug und komme zu spät.

Unterm Strich gilt: Es kommt mehr Geld und weniger Bürokratie. Aber viele Verbesserungen erreichen die Studierenden erst in einigen Jahren.

Als eine der ersten Medien berichtete taz.de 


Infografik zur beschlossenen BAföG-Reform 2026
BAföG strukturell modernisieren und bedarfsgerecht ausgestalten
  • Elternunabhängige Grundförderung von 300 Euro monatlich

  • Regelbedarf: Erhöhung auf 625 Euro monatlich.

  • Wohnkostenpauschale erhöhen und an regionale Wohnkosten anpassen

  • Förderfähigkeit auch für berufsbegleitende Studiengänge und Übernahme von Studiengebühren bei weiterbildenden Studiengängen.

  • Erhöhung der Elterneinkommensfreibeträge und Erweiterung der elternunabhängigen Förderung

  • Jährliche, automatische Anpassung

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