DGB-Ausbildungsreport 2026 Mitbestimmung stärkt Ausbildungsqualität und mentale Gesundheit

Der DGB-Ausbildungsreport 2026 bestärkt die IG Metall in ihren politischen Zielen und Handeln: Gute Ausbildungsbedingungen und starke Interessenvertretungen erhöhen die Zufriedenheit von Auszubildenden deutlich.

Titelbild DGB-Ausbildungsreport 2026

24. August 2026 24. August 2026


Die duale Berufsausbildung bleibt für die meisten jungen Menschen der wichtigste Weg in qualifizierte Beschäftigung. Der Ausbildungsreport 2026 des IG Metall Dachverbandes verdeutlicht jedoch, dass die Qualität der Ausbildung weiterhin stark von den Bedingungen im Betrieb abhängt. Besonders deutlich wird der Einfluss betrieblicher Interessenvertretungen innerhalb der IG Metallorganisierten Betriebe. Dort, wo Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Betriebs- oder Personalräte aktiv sind, bewerten Auszubildende ihre Ausbildung deutlich positiver. Genau das bestätigt unsere erfolgreiche IG Metall Arbeit in den Betrieben. Der Report zeigt drei von fünf Berufen mit den besten Bewertungen auf, die im Verantwortungsbereich der IG Metall liegen. Das sind die Berufe auf den beiden besten Plätzen: Industriemechaniker:in und Mechatroniker:in und Platz fünf der Beruf Elektroniker:in für Betriebstechnik.     

Insgesamt geben branchenübergreifend 65,7 Prozent der befragten Auszubildenden an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. In Betrieben mit betrieblicher Interessenvertretung steigt dieser Anteil auf 75,7 Prozent. Der Report unterstreicht damit die Bedeutung von Mitbestimmung für die Sicherung guter Ausbildungsbedingungen.

 

Ausbildungsmarkt bleibt eine gesellschaftliche Herausforderung

Trotz Fachkräftemangel gelingt vielen jungen Menschen der Einstieg in eine Ausbildung weiterhin nicht. Nach Angaben des DGB verfügen rund 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren über keinen Berufsabschluss. Gleichzeitig beteiligt sich nur noch ein vergleichsweise kleiner Teil der Betriebe an der Ausbildung.

Aus Sicht der Gewerkschaften zeigt sich hier ein strukturelles Problem. Die Verantwortung für die Fachkräftesicherung wird bislang nicht von allen Unternehmen gleichermaßen getragen. Der DGB, mit starker Unterstützung der IG Metall, fordert deshalb eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie, die Ausbildungskosten solidarisch verteilt und mehr Betriebe in die Pflicht nimmt.

 

Ausbildungsqualität entscheidet über den Ausbildungserfolg

Der Report macht deutlich, dass Ausbildungsqualität weit über die Vermittlung fachlicher Inhalte hinausgeht. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden leistet regelmäßig Überstunden. Zudem berichten 16,3 Prozent, häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten übernehmen zu müssen. Insbesondere im Tischler- und Kfz-Handwerk müssen die Arbeitnehmervertretungen der IG Metall ihre Anstrengungen um die Qualität der Ausbildung dringend intensivieren.

Für die betriebliche Praxis ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag. Ausbildungspläne müssen eingehalten, Lernzeiten geschützt und fachliche Anleitung sichergestellt werden. Wo Ausbildung systematisch organisiert wird, steigen Motivation, Lernerfolg und Abschlusschancen.

 

Mentale Gesundheit rückt stärker in den Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt des Ausbildungsreports 2026 ist die mentale Gesundheit von Auszubildenden. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet von psychischen Belastungen. Besonders häufig werden Leistungs- und Zeitdruck, Personalmangel sowie hohe Verantwortung genannt. Auffällig ist der Zusammenhang zwischen Betreuung und Belastung. Wenn Ausbilder:innen jederzeit erreichbar sind, ist der Anteil stark belasteter Auszubildender deutlich geringer. Fehlen Ansprechpersonen oder Unterstützungsmöglichkeiten, steigt das Belastungsniveau erheblich.

 

Unsichere Perspektiven belasten Auszubildende

Neben den Anforderungen im Ausbildungsalltag sorgen auch unsichere Zukunftsperspektiven für Belastungen. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr weiß kurz vor Ausbildungsende nicht, ob eine Übernahme erfolgt. 

Planungssicherheit ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil attraktiver Ausbildungsbedingungen. Tarifverträge und betriebliche Vereinbarungen können dazu beitragen, transparente Regelungen für Übernahme und berufliche Entwicklung zu schaffen.

 

Ausbildungsvergütung häufig nicht existenzsichernd

Viele Auszubildende stehen zusätzlich unter finanziellem Druck. Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, von ihrer Ausbildungsvergütung nicht eigenständig leben zu können. Viele sind auf Unterstützung durch ihre Eltern angewiesen oder üben zusätzlich einen Nebenjob aus. Für die politische Debatte gewinnt damit erneut die Frage nach einer angemessenen Mindestausbildungsvergütung an Bedeutung.

 

Fazit

Der Ausbildungsreport 2026 bestätigt, dass gute Ausbildung kein Zufallsprodukt ist. Ausbildungsqualität entsteht durch verlässliche Ausbildungsstrukturen, ausreichende personelle Ressourcen, qualifizierte Ausbilder:innen und wirksame Mitbestimmung. Besonders Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung guter Ausbildungsbedingungen. Für die Berufsbildungspolitik bleibt die Aufgabe bestehen, Ausbildungsplätze auszubauen, die Ausbildungsqualität zu stärken und junge Menschen besser vor psychischen und finanziellen Belastungen zu schützen.

 

Quelle: DGB-Jugend, Ausbildungsreport 2026. Befragt wurden 13.227 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten dualen Ausbildungsberufen bis Mai 2026.



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DGB-Ausbildungsreport 2026