Inklusive berufliche Bildung Fachpraktikerausbildung in der Industrie

Fachpraktikerausbildung eröffnet jungen Menschen mit Behinderung Zugang zu industriellen Berufen. Im OEM Kontext braucht es klare Standards, barrierefreie Lernorte und aktive Betriebsräte.

Eine junge Frau im Rollstuhl bei einem Workshop.

23. Februar 2026 23. Februar 2026


Fachpraktikerregelungen nach § 66 BBiG und § 42m HwO ermöglichen jungen Menschen mit Behinderung einen anerkannten Berufsabschluss. In vielen Industriebetrieben werden diese Ausbildungswege bislang jedoch nur selten genutzt. Dabei können sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Teilhabe und zur Fachkräftesicherung leisten.

Die Anforderungen in modernen Produktionsumgebungen sind häufig hoch. Nicht alle Arbeitsplätze und Lernorte sind barrierefrei gestaltet, viele Tätigkeiten setzen spezifische technische oder praktische Fähigkeiten voraus. Deshalb braucht es angepasste Ausbildungsbedingungen, individuelle Unterstützung und klar strukturierte Lernprozesse. Betriebsräte können sich dafür einsetzen, dass notwendige Anpassungen verbindlich geregelt werden.

Eine weitere Herausforderung ist die Zusammenarbeit von Betrieb, Berufsschule, Kammern und Rehabilitationsträgern. Fehlende Fachklassen, lange Anfahrtswege und unterschiedliche Verfahren erschweren oft die Ausbildung. Umso wichtiger sind klare Zuständigkeiten, transparente Abläufe und frühzeitige Absprachen zwischen allen Beteiligten. Hier können Betriebsräte eine wichtige koordinierende Rolle übernehmen.

Gute Fachpraktikerausbildung braucht zudem qualifiziertes Ausbildungspersonal. Ausbilder:innen müssen in der Lage sein, auf individuelle Lernvoraussetzungen einzugehen und unterschiedliche Unterstützungsbedarfe zu berücksichtigen. Deshalb sollten Betriebe in entsprechende Aus und Weiterbildungen investieren.

Wichtig ist außerdem, dass Fachpraktikerausbildungen keine Sackgasse werden. Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den Übergang in eine reguläre Ausbildung. Klare Verfahren und verlässliche Perspektiven helfen dabei, vorhandene Potenziale zu nutzen und weitere Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Fachpraktikerregelungen können so ein wichtiger Baustein einer inklusiven Berufsbildung sein. Voraussetzung sind barrierefreie Ausbildungsbedingungen, verbindliche Qualitätsstandards und eine aktive Interessenvertretung. Betriebsräte tragen dazu bei, dass Ausbildung verlässlich, transparent und chancengerecht gestaltet wird.

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Gruppe junger Modedesigner umringt Näherin im Rollstuhl

Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen Fachpraktiker:innen

Inklusion in der Ausbildung ist mehr als ein pädagogisches Konzept. Sie ist Ausdruck von Solidarität, Gerechtigkeit und Respekt. Jeder Mensch muss das Recht haben, seine Fähigkeiten zu entfalten und sich beruflich zu entwickeln, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Behinderung.

Ausbilderin mit Broschüre

Inklusion ermöglichen Fachpraktikerausbildung im Betrieb

Fachpraktikerausbildungen eröffnen Menschen mit Behinderung den Zugang zu einem anerkannten Berufsabschluss. Für Betriebe bieten sie die Chance, Fachkräfte zu gewinnen.

Eine Frau meldet sich während eines Seminars.

Vom Berufsbildungsausschuss erlassen Entstehung von Fachpraktierregleungen

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Mensch schreibt an einem Laptop

Eine Übersicht des BIBB Erlassene Fachpraktikerrelgeungen

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Gruppe von Jugendlichen in der technischen Berufsausbildung mit Lehrer

Qualifizierung für Inklusion in der Ausbildung Die rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation (ReZA)

Die ReZA unterstützt Ausbilder:innen bei der Ausbildung junger Menschen mit Behinderung. Sie vermittelt Wissen für eine inklusive Ausbildungspraxis und stärkt die Chancen auf mehr Teilhabe im Arbeitsleben.

Jemand streicht mit einem Textmarker etwas auf einem Block an.

Fachpraktiker:innen brauchen wohnortnahe Berufsschulen Beschulung von Fachpraktiker:innen

Für Fachpraktiker:innen ist eine gute Berufsschulversorgung entscheidend. Wohnortnahe Angebote, enge Zusammenarbeit von Betrieb und Berufsschule sowie gemeinsame Lernorte können Ausbildungserfolge fördern und Inklusion stärken.