Berufsbildungspolitik Sandra Garbade übernimmt Präsidentschaft des BIBB

Seit 1. August 2026 ist Dr. Sandra Garbade Präsidentin des Bundesinstituts für Berufsbildung. Sie folgt auf Friedrich Hubert Esser. Erstmals steht eine Frau an der Spitze des Instituts.

© Jörg Müller / www.joergmuellerfotografie.de

3. August 2026 3. August 2026


Am 1. August 2026 hat Dr. Sandra Garbade das Amt der Präsidentin des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) angetreten. Das Bundeskabinett hatte sie am 1. Juli berufen. Mit ihrem Amtsantritt steht erstmals in der 56-jährigen Geschichte des Instituts eine Frau an der Spitze. Vorgänger Prof. Dr. Esser hat das BIBB mehr als 15 Jahre geleitet und ist Ende Juni in den Ruhestand gegangen.

Garbade ist promovierte Wirtschaftspädagogin und gelernte Bankkauffrau. Seit 2017 leitete sie das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB). Mit Ihrem Wechsel verantwortet sie nun das zentrales Fachinstitut der beruflichen Bildung in Deutschland mit über 800 Beschäftigten. Hier werden wichtige Weichen gestellt. Es geht um moderne Ausbildungsordnungen, zeitgemäße Fortbildungen, Forschungsprojekte und Empfehlungen für die Politik. Die Entscheidungen, die im BIBB getroffen werden, wirken direkt in Betriebe und Berufsschulen hinein.

Die IG Metall hat ein besonders Verhältnis zu dieser Einrichtung. Es waren einst die Gewerkschaften, die das heutige Berufsbildungsgesetz erstritten und die Gründung des BIBBs eingefordert haben. Und noch heute spielen wir eine wichtige Rolle. Wir sind seit vielen Jahren im Hauptausschuss vertreten und bringen dort die Perspektiven der Beschäftigten ein. Wir achten darauf, dass Ausbildungen modern, fair und zukunftsfest bleiben. Gemeinsam mit Arbeitgebern und Politik gestalten wir neue Ausbildungs- und Fortbildungsprofile. Wir setzen uns dafür ein, dass junge Menschen gute Startbedingungen bekommen und Facharbeiterinnen und Facharbeiter sich weiterentwickeln können.

Aus Sicht der IG Metall stehen für die kommende Amtszeit der BIBB-Präsidentin mehrere Themen ganz oben. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Ausbildungsgarantie und die Restrukturierung des Übergangsbereichs, um mehr jungen Menschen einen Abschluss zu ermöglichen. Zentral ist zudem die Prozesse, in denen Aus- und Fortbildungsberufe modernisiert werden, mit den Sozialpartnern gemeinsam auf eine neue qualitative Ebene zu bringen. Eng damit verbunden ist auch die Initiative der IG Metall, Demokratieförderung explizit in alle Ausbildungsverordnungen zu implementieren.

Mit dem Amtsantritt von Sandra Garbade beginnt nun eine neue Phase für das BIBB und die Zusammenarbeit im Spitzengremium der beruflichen Bildung. Für Ihre Arbeit wünschen wir Ihr viel Kraft, ein glückliche Hand und ein offenes Ohr für die Anliegen der Sozialpartner im Ringen um die besten Lösungen für das Berufsbildungssystem.

Arbeiter in einer Gießerei
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