Die Berufsausbildung der Technischen Modellbauer:innen wird grundlegend modernisiert. Die bisherige Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 2009. Seitdem haben sich Technik, Arbeitsabläufe und die Anforderungen in Handwerk und Industrie deutlich verändert. Deshalb tritt zum 1. August 2027 eine neue Ausbildungsordnung in Kraft. Die bisherige Regelung läuft zum 31. Juli 2027 aus.
Ein zentrales Ziel der Neuordnung ist es, Auszubildende besser auf die digitale Arbeitswelt vorzubereiten. Die Ausbildungsdauer von dreieinhalb Jahren bleibt bestehen. Damit wird berücksichtigt, dass die Anforderungen im Beruf weiter gewachsen sind.
Ein Beruf mit verschiedenen Einsatzgebieten
Künftig gibt es einen einheitlichen Ausbildungsberuf. Die bisherigen Fachrichtungen entfallen. Stattdessen erfolgt die Spezialisierung über betriebliche Einsatzgebiete. Dazu gehören unter anderem der Karosseriemodellbau, der Gießereimodellbau, der Anschauungs- und Designmodellbau, der Formenbau sowie die additive Einzelteil und Kleinserienfertigung. So bleibt die notwendige Praxisnähe erhalten.
Digitalisierung und moderne Fertigung im Mittelpunkt
Neu geordnet wurde auch das Ausbildungsberufsbild. Stärker berücksichtigt werden heute wichtige Technologien wie CAD Konstruktion, computergestützte Fertigungsverfahren, additive Fertigung und Automatisierungstechnik. Hinzu kommen Anforderungen an eine systematische Qualitätskontrolle und an moderne Produktionsprozesse.
Die Ausbildungsordnung macht deutlich, dass digitale Prozesse heute fester Bestandteil des Berufs sind. Auszubildende lernen unter anderem den Umgang mit CAD Systemen, die Planung und Steuerung digitaler Fertigungsabläufe sowie den sicheren Umgang mit Daten und digitalen Werkzeugen.
Nachhaltigkeit und gute Arbeit werden gestärkt
Mit der Neuordnung werden auch die Standardberufsbildpositionen aktualisiert. Themen wie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, digitale Arbeitswelt sowie betriebliche Kommunikation werden durchgängig in der Ausbildung vermittelt.
Damit orientiert sich die Ausbildung stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Betriebe und an den Herausforderungen einer nachhaltigen Industrie. Auszubildende lernen, Ressourcen effizient einzusetzen, Umweltbelastungen zu vermeiden und Arbeitsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten.
Praxisnahe Prüfungen bleiben erhalten
Die Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung bleibt in zwei Teile gegliedert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf praktischen Arbeitsaufgaben und betrieblichen Handlungssituationen. Die Prüfungen sollen möglichst realitätsnah abbilden, wie Technische Modellbauer:innen später im Betrieb arbeiten.
Besonders wichtig ist dabei der Nachweis beruflicher Handlungskompetenz. Die Prüflinge müssen zeigen, dass sie Arbeitsaufträge planen, umsetzen, dokumentieren und ihre Entscheidungen fachlich begründen können.