Bundeshaushalt setzt den Bildungsbereich weiter unter Druck Weniger Geld für berufliche Bildung geplant

Der Bundeshaushalt 2027 bringt auch spürbare Kürzungen in der beruflichen und hochschulischen Bildung. Betroffen sind u.a. Berufsorientierung, Begabtenförderung, Demokratiebildung und Investitionen in Hochschulen.

Blick in den leeren Plenarsaal des Deutschen Bundestages


Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 setzt auch die Bildung unter Sparzwang. Sichtbar wird dies z.B. in der beruflichen und hochschulischen Bildung. Insgesamt sinkt der Etat deutlich im Vergleich zum Vorjahr.

In der beruflichen Bildung fallen die Kürzungen zwar einzeln eher klein aus, in der Summe sind sie dennoch relevant. Für die Berufsorientierung sind rund drei Millionen Euro weniger geplant. Das Budget sinkt damit auf etwa 91 Millionen Euro. Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen im Übergangsbereich bleiben und keinen Ausbildungsplatz finden, ist das ein problematisches Signal.

Auch bei der Begabtenförderung in der beruflichen Bildung wird gekürzt. Nach einem deutlichen Aufwuchs in den vergangenen Jahren sollen die Mittel wieder sinken. Für 2027 sind rund 92 Millionen Euro vorgesehen. Das ist ein spürbarer Rückgang gegenüber zuletzt deutlich höheren Ansätzen (vgl. auch Das Stipendium für Auszubildende).

Zusätzlich geraten Ausbildungsstrukturen unter Druck. Die Förderung überbetrieblicher Lernorte im Handwerk soll ebenfalls sinken. Das trifft vor allem kleinere Betriebe, die auf gemeinsame Ausbildungsangebote angewiesen sind.

Auch im Fortbildungsbereich wird der Spardruck bei anstehenden Reformen Wirkung zeigen. So ist aktuell unklar, ob die im Koalitionsvertrag angekündigte und von den Gewerkschaften geforderte Zweit-Förderung (in Mangelberufen) auf der gleichen Fortbildungsstufe in der AFBG-Reform berücksichtigt wird, bleibt anzuzweifeln. 

Ein weiterer Bereich mit deutlichen Einschnitten ist die Demokratiebildung. Programme zur Prävention von Extremismus werden gekürzt. Das betrifft auch das Programm Demokratie leben, das künftig weniger Mittel erhalten soll (vgl. auch Partnerschaften für Demokratie im Landkreis finden).

In der Hochschulbildung setzt der Bund andere Schwerpunkte. Ein größerer Teil der Mittel fließt in Bauprogramme. Für eine Schnellbauinitiative an Hochschulen sind deutlich höhere Beträge vorgesehen als für frühere Bildungsbereiche. Dafür sorgt die Aussetzung der versprochenen BAföG-Reform für Unmut unter Studierenden und Gewerkschafter:innen (vgl. auch Kein BAföG unterhalb der Armutsgrenze!).

Unterm Strich zeigt der Haushalt: Es wird an vielen Stellen gleichzeitig gespart. Die Regierung will zwar die Qualität stärken, setzt dafür aber stärker auf Umsteuerung als auf zusätzliche Investitionen. Ob das reicht, bleibt offen.

Die IG Metall setzt sich ein für ...

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