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Bildungspositionen: Ausbildungsmarkt 2011 - Eine Analyse der IG Metall

Ausbildungsmarkt 2011 - Eine Analyse der IG Metall

01.01.2012 Ι Junge Frauen immer öfter ohne betrieblichen Ausbildungsplatz

Die Bilanz-Ergebnisse im Überblick

Junge Frauen ziehen den Kürzeren

Vom Aufschwung am Ausbildungsmarkt konnten 2011 nur die männlichen Jugendlichen profitieren. Die Zahl der mit ihnen abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg um 12.900 (+4,0%), während die mit den weiblichen Jugendlichen neu begründeten Ausbildungsverhältnisse um 2.700 bzw. -1,2% sank. Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort:

Bei den jungen Frauen gab es in den letzten Jahren einen Vertragsrückgang. 2011 war der Anteil der Ausbildungsverträge, der mit jungen Frauen geschlossen wurde, mit 40,7% so niedrig wie noch nie seit 2002.

 

Der Ausbildungsmarkt hat sich 2011 berappelt

Im Ausbildungsjahr 2011 hat sich die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt für die Jugendlichen verbessert. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote ist angestiegen, außerbetriebliche Ersatzmaßahmen wurden zurückgefahren. Es wurden in Summe 570.100 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (+10.200 oder 1,8%). Dies ist insgesamt eine positive Entwicklung, geht sie doch in die richtige Richtung. Dennoch bleibt die Frage, ob der Zuwachs an betrieblichen Angeboten ausreichend war, um den zukünftig noch deutlicher abschwellenden Strom an Bewerbern abfedern zu können. Insbesondere das Handwerk muss sich fragen, warum die Ausbildungszahlen stagnieren.

 

Unbesetzte Plätze, ungenutzte Potenziale

Für die Betriebe war es in 2011 etwas schwieriger Auszubildende für ihre Ausbildungsangebote zu finden. Insgesamt konnten knapp 29.700 (+10.100) bzw. 5,0% (2010: 3,4%) der angebotenen Lehrstellen nicht besetzt werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht sogar von 75.000 unbesetzten Plätzen, es ist jedoch unklar,, wie diese Zahl zustande kommt. Die Besetzungs-Probleme treten nicht flächendeckend in allen Regionen auf und sind auch bei den Betrieben nicht gleichermaßen ausgeprägt. Renommierte Ausbildungsbetriebe verzeichnen zwar weniger Bewerber, sie haben aber immer noch genügend Auswahl.

 

Demografie-Effekte: Bewerber Potenzial schmilzt

Auf dem Ausbildungsmarkt zeigen sich immer deutlicher die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Zahl der nichtstudienberechtigten Schulabgänger (dies ist das Reservoir aus dem die duale Berufsbildung den Großteil der Bewerber rekrutiert) sank um rd. 19.000 gegenüber dem Vorjahr auf 549.000. Das Bewerber-Potenzial aus diesem Sektor lag damit um 165.000 niedriger als noch vor sieben Jahren. Die doppelten Abiturientenjahrgänge in den Bundesländern Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes gaben dem Ausbildungsmarkt kaum zusätzliche Impulse.

 

Berufe mit Looser-Image

Das sind die zehn Berufe, in denen die Betriebe jetzt schon überdurchschnittliche Nachwuchssorgen haben:

Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Klempner/-in, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk, Fleischer/-in und Gebäudereiniger/- in aus. Je nach Beruf blieben zwischen 15% und 26% des offiziell registrierten betrieblichen Ausbildungsplatzangebots unbesetzt.

 

Zahl der Jugendlichen im Übergangsbereich geht endlich zurück

Die Zahl der Jugendlichen, die nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle zunächst erfolglos bleiben, ist rückläufig. Gingen 2005 noch mehr als 417.600 Jugendliche in das so genannte "Übergangssystem" ein, so waren dies 2010 "nur" noch rund 323.700 (-22,5%).

 

Migrant ist nicht Migrant

Als Migrant oder Migrantin beruflich in Deutschland unterzukommen, ist oft schwierig. Die Herkunft der jungen Menschen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bewerber haben es dann schwer einen Ausbildungsplatz zu erhalten, wenn sie aus der Türkei oder einem arabischen Land stammen.

 

Endlich: Zuwachs bei den Berufen der M+E-Industrie

Die Auswertung der Daten für die Metallbearbeitung, Mechatronik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Feinwerk- und Werkzeugtechnik zeigt, dass ein Bewerbermangel besteht. Die anderen Metallsektoren können weiterhin auswählen, teilweise aus einem großen Angebot. Die Ausbildungsangebote wurden in 2011 zum Teil deutlich ausgebaut , fast immer mit zweistelligen Zuwächsen, Ausnahmen bilden die Elektronik und die Konstruktion, die nur einstellige Zuwachsraten haben.

 

Gesamtmetall auch 2011 ohne attraktives Berufe-Konzept

Mit der Spitzenorganisation der M+E-Industrie, Gesamtmetall, waren auch in 2011 innovative Berufe-Konzepte nicht zu diskutieren. Neue Wege auszuprobieren, andere Instrumente zu erproben oder wenigstens ein Zukunftskonzept für moderne Beruflichkeit zu entwickeln, ist derzeit mit Gesamtmetall nicht möglich.

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