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Acht Prozent - Ob das noch mal was wird?

Deutschlandstipendium im Verhältnis zur Studierendenzahl weiter rückläufig

21.03.2018 Ι Ursprünglich sollte jede/r zwölfte Studierende mit dem Deutschlandstipendium unterstützt werden. Doch davon ist das Programm noch meilenweit entfernt. Entsprechend groß ist die Kritik am Bund für den "Ladenhüter".

Das vom Bund und Sponsoren bereitgestellte Geld hilft trotz positiver Entwicklung (+ 5% zum Vorjahr) auch Jahre nach dessen Start nur einem Bruchteil der Studierenden. 2016 erhielten nach Angaben des BMBFs etwa 25.500 Menschen ein Stipendium in Höhe von monatlich 300 Euro.Gemessen an der gewachsenen Studierendenzahl lag die Förderquote aber weiterhin nur bei 0,9 Prozent - Ziel waren einst 8 Prozent.

 

Entsprechend groß fällt die Kritik an diesem Förderungsinstrument aus.

 

"Das Deutschlandstipendium wird immer mehr zu einem teuren Ladenhüter", merkt der Bildungs- und Haushaltsexperte Swen Schulz (SPD) an. "Rund 19 Mio. Euro gingen [2017] ungenutzt an das Bundesfinanzministerium zurück. Das Missverhältnis zwischen hehrem Anspruch und, allem Wunschdenken von CDU/CSU zum Trotz, enttäuschender Realität des Programms ist beachtlich. Die Stipendiengeber und natürlich die Stipendiaten, deren Engagement und deren Leistung, sind sehr zu achten. Doch die Begabtenförderung muss realistisch und an den Bedarfen orientiert sein. Nicht die Stipendiaten und die Stipendiengeber sind das Problem. Vielmehr ist das politische Instrument des Deutschlandstipendiums falsch konstruiert. Es ist schade um das im Haushalt vergebens eingestellte, verlorene Geld", erklärt Schulz weiter.

 

Auch von den Gewerkschaften wird dies seit Jahren moniert.  "Es gibt schlicht keine Nachfrage", sagt Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). "Die freien Mittel wären im Bafög besser angelegt". Eine Forderung, der sich auch Kai Gehring von den Grünen anschließt: "Insgesamt ist es eine Stipendien-Lotterie." Denn der Wohnort, die Wahl des Studienfachs und die Zahl der Förderer an der Hochschule haben einen Einfluss darauf, ob man eines der Stipendien bekomme, so Gehring in einem SWR-Artikel. "Für manche ist es gar nicht möglich, eines zu bekommen." Bafög sei viel überzeugender, denn es sei ein Rechtsanspruch für alle Studierenden. Nur müsste es erhöht werden."

 

Der Ball liegt wie in jedem Jahr wieder im Speilfeld der Regierung. Vielleicht hat die große Koalition nun etwas mehr Mut die Defizite in diesem Bereich engagiert anzugehen. Für eine Erhöhung des BaföG-Satzes gibt es zumindest einmal positive Signale: "Das Ausbildungsförderungsgesetz des Bundes (BAföG) wird ausgebaut und die Leistungen werden deutlich verbessert. Unser gemeinsames Ziel ist es, die förderbedürftigen Auszubildenden wieder besser zu erreichen und bis 2021 eine Trendumkehr zu erreichen. Wir wollen die Stipendienkultur und Begabtenförderwerke in Deutschland weiter stärken." (Koalitionsvertrag S. 32f.)

 

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