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IGM-metallzeitung-11_2019-Studium

Teilzeitstudium in Deutschland

Neuer Höchststand trifft auf Regelungen aus dem letzten Jahrhundert

03.11.2021 Ι Das Centrum für Hochschulentwikcklung stellt seit Jahren fest, dass die Vielfalt der Studierenden in Deutschland permanent zunimmt. D.h., immer mehr Menschen wollen bzw. müssen ihre akademische Aus- und Weiterbildung mit ihren individuellen Lebensbedingungen in Einklang bringen. 7,7 Prozent der Studierenden griffen zum Wintersemester 2019/20 auf das Format des Teilzeitstudium zurück - ein neuer Höchststand.

(Quelle: CHE)

Dabei sind die Anteile der Teilzeitstudierenden über die Bundesländer sehr unterschiedlich verteilt:

Bundesland Anteil der Studierenden 
(in %)
Hamburg 21,1
Nordrhein-Westfalen 13,1
Mecklenburg-Vorpommern 12,5
Bremen 9,1
Rheinland-Pfalz 8,2
Hessen 7,2
Sachsen 5,7
Sachsen-Anhalt 5,5
Berlin 5,4
Bayer 5,0
Niedersachsen 3,3
Thüringen 2,7
Brandenburg 2,7
Baden-Württemberg 2,6
Schleswig-Holstein 1,8
Saarland 0,5

 

Der stetig steigende Anteil an Teilzeitstudierenden ist jedoch mit einer grundlegenden Problematik konfrontiert, von der die IG Metall erwartet, dass die neue Regierung sich dieser annimmt:

Teilzeitstudierende verfügen aktuell über wenig adäquate Fördermöglichkeiten, da das BAföG nur Vollzeitstudiengänge als förderfähig betrachtet. Damit haben die Teilzeitstudierenden auch keine Möglichkeit von den großen Netzwerken und Angeboten der Föredrwerke wie z.B. der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu profitieren und zwar egal wie engagiert oder leistungsstark sie sind. Doch eine schlichte Aufnahme von Teilzeitmodellen in das BAföG wird dem Problem nicht gerecht, denn die Kernzielgruppen (z.B. Alleinerziehende oder Personen mit Pflegeverpflichtungen) haben derzeit über das Sozialgesetzbuch (SGB) bessere Förderbedingungen. 

 

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Timo Gayer Ι 18.11.2021
Glück oder Geld
"Wer in Deutschland berufsbegleitend studieren oder sein Studium aus persönlich-familiären Gründen reduzieren will, müsse Glück oder Geld haben. Glück, an einer der wenigen staatlichen Hochschulen mit großzügigen Teilzeit-Regelungen zu studieren. Oder Geld, weil das Studium an einer Privathochschule kostet und in jedem Fall kein Bafög-Geld fließt. Vor allem aber müssen sich staatlich finanzierte Hochschulen fragen lassen, inwiefern sie ihren gesellschaftlichen Bildungsauftrag eigentlich noch erfüllen – wenn inzwischen viele private Hochschulen trotz Studiengebühren eine sozial diversere Studierendenschaft haben." Den ganzen Artikel gibt es auf https://www.jmwiarda.de/2021/11/18/unis-wagt-mehr-teilzeit/

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