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Ehrenamtliche Berufemacher in der IG Metall

"Wir gestalten Berufe aus Sicht der Beschäftigten"

14.01.2014 Ι Billi-Lin Ilg ist Ausbilderin für ModeschneiderInnen beim Wäschehersteller Triumph. Als Sachverständige der IG Metall gestaltet sie gerade die Neuordnung des Berufs. Ihre Aufgabe als Arbeitnehmervertreterin sieht sie darin, den Beruf realitätsnah und zukunftsfähig aus Sicht der Beschäftigten zu gestalten.

Billi-Lin, Du gestaltest gerade die Neuordnung des Berufs ModeschneiderIn mit. Wie weit seid Ihr? Und wie läuft's?


Billi-Lin Ilg: Wir sind gerade in der Formulierung. Die Arbeitgebervertreter und wir sind in der Sache nicht weit auseinander. Es ist nur oft schwierig, das was wir täglich tun in Worte zu fassen.

 

Was wollt Ihr am Beruf ändern? Was hat sich an der Arbeit verändert?


Wir sehen, dass die Serienfertigung in Deutschland rückläufig ist. Modeschneiderinnen und Modeschneider werden in Zukunft vor allem in der Prototypenfertigung arbeiten und auch die Designer technisch beraten. Die Beschäftigten sind am gesamten Prozess beteiligt, statt nur zu nähen. Die Ausbildung muss daher breiter angelegt sein, also auch Arbeitsvorbereitung, Schnitttechnik und Qualitätsmanagement umfassen. Die Azubis müssen lernen, wie ein Arbeitsplan entsteht, welche Betriebsmittel und welches Material, welche Nadel und welche Stoffe sie verwenden und wie sie auf Qualitätsmängel reagieren. Aber dazu muss man trotzdem noch nähen können.

 

Und warum machst Du als Sachverständige mit?


Es ist wichtig, dass jemand da ist, der darauf achtet, dass die Formulierungen in den Verordnungen auch tatsächlich der Realität entsprechen. Da sind die Vertreter der Ministerien einfach zu weit weg. Und es wichtig, dass Arbeitnehmervertreter dabei sind, die den Beruf aus Sicht der Beschäftigten mitgestalten. Die alte Ausbildungsverordnung fand ich realitätsfern. Doch als Ausbilderin muss ich ja schließlich jeden Tag mit der Verordnung arbeiten. Deshalb war mir das so wichtig, die Neuordnung mitzugestalten.

 

Nun bist Du ja schon eine Weile dabei. Wie fällt Dein Fazit aus?


Ich habe gelernt, meinen Blick auch auf andere Betriebe zu richten. Und die sind oft noch nicht so modern wie Triumph. Da müssen die Azubis noch manuelle Schnittlagen lernen, was bei uns längst nicht mehr gebraucht wird. Das müssen wir natürlich bei der Neuordnung berücksichtigen, damit der Beruf für alle passt. Der erweiterte Horizont hilft mir wiederum auch bei meiner Arbeit als Ausbilderin im Betrieb.

 

Autor: Dirk Erb

 

Modeschneider/in

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